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Hausarztzentrum in Brüggen bietet weiterhin Corona-Tests in Tiefgarage

Tests mit Abstand : Corona-Drive-In in Brüggen bleibt

Kontaktarme Corona-Tests können weiterhin nach Anmeldung in der Tiefgarage des Brüggener Gesundheitszentrums gemacht werden. Bei berechtigtem Bedarf ist der Corona-Test eine Kassenleistung.

Der Kreis Viersen hat seinen Krisenstab und das Corona-Testzentrum Ende Juni aufgelöst. Es wurden dort insgesamt 2851 Tests durchgeführt, von denen 185 positiv waren. Wie hoch der Bedarf an solchen Tests wirklich war, wird erst gegenwärtig, wenn man die Anzahl der Tests, die die niedergelassenen Ärzte gemacht haben, mitberücksichtigt. Allein das Hausarztzentrum Brüggen hat weitere 1100 Tests durchgeführt, von denen 87 positiv waren.

„Wir können die Entscheidung des Kreises nicht nachvollziehen“, so der Brüggener Hausarzt Heinrich Arens. „Nach wie vor gibt es Bürger und Bürgerinnen, die sich Sorgen machen und Angst haben oder aus dem Ausland eingereist sind. Erst in der letzten Woche haben wir zum Beispiel frisch eingereiste russische Staatsbürger getestet.“ Arens bemängelt, dass das Kreisgesundheitsamt nicht gut zu erreichen sei. „Ich habe mehrere Male versucht, Kontakt zu bekommen, aber nicht ein einziges Mal ein Gespräch beim Kreis erhalten“, berichtet Arens.

„Die niedergelassenen Ärzte konnten sich – wie gewohnt – an das Gesundheitsamt wenden. Der Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten lief über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und ihren Vorsitzenden Arndt Berson. Besonders gut war die Zusammenarbeit im mobilen Corona-Untersuchungszentrum (CUZ) und beim Screeningmobil. Dort haben vom Kreis organisiert und mit Hilfe der Kommunen sowie der Hilfsorganisationen die Ärzte der KV die Corona-Tests durchgeführt – und damit die Praxen vor Ort entlasten können. Corona-Tests sind Aufgabe der niedergelassenen Ärzte. Der Kreis hat sie dabei gerne mit dem CUZ unterstützt und mit ihnen kooperiert“, betont der Kreis Viersen. Generell habe der Kreis Viersen alle Anfragen ernst genommen und versucht, allen Gesprächswünschen nachzukommen. „Zu Beginn der Pandemie sowie in der Hochphase kann es mal länger gedauert haben. Dafür bitten wir um Verständnis. In dieser Zeit gab es eine Vielzahl von Anfragen zeitgleich – nicht nur von niedergelassenen Ärzten, sondern auch von den Städten und Gemeinden, dem RKI, Organisationen und von vielen Bürgern. Der zeitliche Fokus lag zu dieser Zeit primär auf der Nachverfolgung von Kontakten und dem Eindämmen der Virusausbreitung“, sagt ein Sprecher des Kreises auf Nachfrage.

Das Bürgertelefon des Kreises sei stets besetzt gewesen. Auch über diesen Weg hätten viele Ärzte das Gesundheitsamt und den Krisenstab erreicht oder konnten einen Rückruf vereinbaren. Eine Nachbesprechung mit allen regionalen Ärzten, wie etwa bei einer zweiten Welle kommuniziert wird, sei nicht geplant. Der Kreis Viersen stehe dazu aber in engem Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung.

Der Kreis Viersen hat selbst im CUZ rund 3200 Tests durchgeführt. Mit dem Screeningmobil wurden gezielt 4500 Tests in der Risikogruppe durchgeführt (Seniorenheime, Flüchtlings- und Sammelunterkünfte, Fleisch verarbeitende Betriebe).

Die Möglichkeit, sich in der Tiefgarage des Brüggener Gesundheitszentrums kontaktarm testen zu lassen, besteht weiterhin. Bei berechtigtem Bedarf – Kontakt oder Einreise etwa aus einem Land aus Osteuropa – ist ein solcher Test eine Kassenleistung. Die Testmöglichkeit besteht für alle, man muss nicht Patient oder Patientin des Hausarztzentrums sein.

Telefonische Terminbuchung unter 02163 5749100 und anschließender Wahl der Taste 4.