Hastenraths Will begeisterte die Zuschauer in Niederkrüchten

Niederkrüchten : Hastenraths Will begeistert die Zuschauer in Niederkrüchten

Die Gemeindebibliothek Niederkrüchten wird zehn Jahre alt. Deshalb gönnte sich das Team um Leiterin Uta Krüger etwas: Hastenraths Will. Gefragt und mit der Antwort: „Mädels, für Euch mach ich das“ gebucht.

Dicht gedrängt standen die Stühle, auf denen die Fans des Mannes Platz nahmen, „der wie kein anderer ein Karohemd tragen kann“, wie Daniela Buschkamp, Redakteurin des Grenzlandkuriers, den Landwirt aus dem Selfkant ankündigte. „Hastenraths Will erklärt die Welt“ – so heißen die Kolumnen, die seit 2016 in der Mönchengladbacher Ausgabe der Rheinischen Post und im Grenzlandkurier veröffentlicht werden.

Der Saeffelner Ortsvorsteher, CDU-Spitzenkandidat und Wahlleiter, der der CDU Wahlsiege von 98 Prozent beschert, ist Landwirt, wie Kappe, Karohemd und Gummistiefel zeigen. Er schaut dem Volk und der Politik nicht nur im Hinterland, sondern weltweit aufs Maul und gibt seinen intelligenten Senf dazu. Mit individueller Wortwahl und Grammatik (vom Schlapstick über die Themas, die zu besprechen sind bis hin zum Aphrodisakum) sorgt er immer für größte Heiterkeit. Hastenraths Will alias Christian Macharski, 1969 in Wegberg geboren, las aus alten und noch unveröffentlichten Kolumnen: Unter jedem Arm ein Duftbäumchen der Duftnoten Meeresbrise und Kaminholz: Das macht sexy.

In seinen Kolumnen beschäftigt er sich mit dem „Untergang der SPD“ und analysiert Wahlen: „Sie merken, das wird intellektuell. Aber in einer Bibliothek kann ich ja einiges voraussetzen.“ Was ihn freute: die Tabellenführung Borussia Mönchengladbachs: „Das ist für mich der schönste Retro-Trend, vor Plattenspieler, Polaroidkamera und Übergangsjacken“. In der Pause konnten die Gäste Fragen an Hastenraths Will notieren, die Buschkamp auf Omas Sofa stellte. Kann er kochen? Nein. Kochende Männer seien für ihn Kameradenschweine. Seine Lieblingsspeise? Pannas. Aus Blut gemacht, aus geronnenem, sonst wär es ja ein „Schmusi“. Und Urlaub? „So ein Abend wie heute in Elmpt ist Urlaub für mich“. Eine Antwort, bei der die Gäste dahin schmolzen, wenn sie es nicht schon vorher getan hatten, als der Kabarettist Kalle Wassong aufs Korn nahm, der erneut als Bürgermeister kandidiert – was solle er sonst machen, „der ist ja mittlerweile schwer vermittelbar, der Mann.“

Einen besseren Sidekick als Daniela Buschkamp hätte Hastenrath sich nicht wünschen können. Mit Schwung fegte sie Wasserglas und Sofa von Tisch und Bühne und gab Anlass zu Heiterkeitsausbrüchen und Hastenraths Will konnte seine Spontaneität beweisen. Das tat er gewohnt bravourös.

(b-r)