Im St-Wolfhelm-Gymnasium Schwalmtal Schüler diskutieren, was Europa jungen Menschen bietet

Schwalmtal · Verteidigung, Migration, Bürokratie – um diese und andere Fragen ging es bei einer Veranstaltung im Schwalmtaler Gymnasium. Diese sollte Schüler auf die Europawahl vorbereiten.

Nach der Podiumsdiskussion wurden verschiedene Themen in kleineren Runden vertieft.

Nach der Podiumsdiskussion wurden verschiedene Themen in kleineren Runden vertieft.

Foto: Birgit Sroka

„Konflikte, Krisen, Kriege – was bietet Europa jungen Menschen?“ Das war die Leitfrage, die Schüler am St. Wolfhelm-Gymnasium jetzt in einer Podiumsdiskussion und in kleineren Runden mit Experten nachgegangen sind. Die Veranstaltung sollte sie auf die Europawahl vorbereiten, an der erstmalig in Deutschland Jugendliche ab 16 Jahre teilnehmen dürfen. Zuvor hatten Schüler des Englisch-Leistungskurses der Q1 schon eine Kursfahrt ins Europaparlament nach Brüssel unternommen und mit dem EU-Parlamentarier Stefan Berger diskutiert.

Vor der Podiumsdiskussion hatten sich Schüler der Jahrgangsstufe 10 und der Stufe Q1 unter unterschiedlichen Gesichtspunkten mit dem Thema Europa beschäftigt und Fragen gesammelt, die sie bei der Debatte erörtern wollten. Jan Sommer (17) und Görkay Karacali (16) gehörten zum Vorbereitungsteam für die Podiumsdiskussion, an der unter anderem Schwalmtals Bürgermeister Andreas Gisbertz, Urban Mauer, Staatssekretär im NRW-Bildungsministerium, der Landtagsabgeordnete Guido Goertz (CDU), Maike Hajjoubi von der Euregio Rhein-Maas-Nord und ein Jugendoffizier der Bundeswehr teilnahmen.

„Wir haben Schülerfragen, die wir relevant fanden, für die Podiumsdiskussion ausgesucht. Für die Schüler soll durch den EU-Projekttag mehr Klarheit entstehen“, sagt Görkay Karacali. Darunter waren Fragen wie: Werden die geflüchteten Personen aus der Ukraine hier herzlicher aufgenommen als die syrischen Flüchtlinge im Jahr 2015? Warum dürfen Immigranten hier nicht sofort arbeiten? Warum ist die Bürokratie in Deutschland so groß? Aber auch Fragen zur Verteidigungsfähigkeit der Europäischen Union wurden gestellt. Erkennbar war, dass sich einige Schüler schon Sorgen machen, ob sich der Krieg in der Ukraine auf das Leben im übrigen Europa auswirkt.

Auch in den Diskussionsrunden in kleineren Gruppen ging es um Sicherheit: Den Schutz der EU-Außengrenzen diskutierte eine Gruppe, andere sprachen über Terrorismusbekämpfung, Sicherheit und Verteidigung, Migration, Menschenrechte, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Umweltschutz. Etwa zum Thema Terrorismusbekämpfung wurde in der Diskussionsrunde deutlich, dass erst einmal bewusst gemacht werden musste, was bereits als Terrorismus gelte. „Die EU macht doch schon so viel, oder?“, fragte eine Schülerin. Ein Mitschüler ist sicher: „Der Terrorismus wird sich ändern durch den vermehrten KI-Einsatz. Die digitale Welt muss geschützt werden.“ Er befürchtet verstärkte Hackerangriffe, die die Infrastruktur der Länder zum Ziel haben könnte.

(bigi)
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