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GWG Kreis Viersen AG will mehr preiswerte Mietwohnungen bauen

Wohnen im Kreis Viersen : GWG will mehr günstige Wohnungen bauen

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Kreis Viersen hat vergangenes Jahr knapp 60 Wohnungen gebaut. Dieses Jahr sollen knapp doppelt so viele fertig werden. Und 2021 rückt der Westkreis verstärkt in den Fokus der GWG.

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) Kreis Viersen hat im vierten Jahr ihrer „Bauoffensive“ 59 neue Wohneinheiten geschaffen und damit ihren Bestand um rund 1,3 Prozent auf 4642 Wohneinheiten erhöht. Insbesondere profitierten in den zurückliegenden Jahren Städte und Gemeinden im Ostkreis, die keine eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften haben. „Vor fünf Jahren gab es erhebliche Veränderungen auf dem Wohnungsmarkt“, berichtete Aufsichtsratschef Günter Werner bei der Bilanzpressekonferenz. „Es gab einen Mietpreisanstieg, eine stärkere Nachfrage nach kleineren Wohnungsgrößen, einen deutlichen Rückgang an öffentlich gefördertem Wohnraum – und die starke Nachfrage wurde durch die Flüchtlingskrise noch weiter verstärkt.“ Landrat Andreas Coenen (CDU) erklärt: „Das hat uns bewogen, die Bauoffensive für bezahlbaren Wohnraum zu starten.“ 21 Bauobjekte mit 302 Wohnungen sind seither entstanden, davon wurden 214 Wohnungen öffentlich gefördert. In diesem Jahr sollen weitere 117 Wohnungen fertig werden.

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Und wie geht es nach der Bauoffensive weiter? Wahrscheinlich nicht minder offensiv. „Im Jahr 2021 werden voraussichtlich weitere 32 Wohnungen in Meerbusch, Tönisvorst und Willich fertiggestellt“, erklärt Vorstand Michael Aach. „Darüber hinaus befinden sich aktuell weitere konkrete Neubaumaßnahmen in Planung, die voraussichtlich in diesem und im kommenden Jahr begonnen werden können.“ Gebaut werden soll in Viersen, Nettetal, Schwalmtal, Niederkrüchten, Kempen, Willich und Meerbusch. In der kommenden Woche soll der Aufsichtsrat das Neubaupaket 2021–2025 beschließen; dann kann die GWG Details nennen.

Aach ist wichtig, dass die GWG nicht nur durch Neubau barrierearmen, preisgünstigen Wohnraum schafft. „Wir haben auch erheblich in Bestandsobjekte investiert“, betont er. „Die Gebäude werden auch energetisch saniert, sind durch einen nachträglichen An- oder Einbau von Aufzügen auch für ältere Mieter gut geeignet.“ Vor allem aber: „Die Wohnungen gehen neu in die Mietpreisbindung“, so Aach. Damit werde auf Jahrzehnte preisgünstiger Wohnraum zur Verfügung gestellt. Zuletzt sanierte die GWG unter anderem in Viersen-Süchteln drei Mehrfamilienhäuser an der Straße An Pantaleon.

Die meisten Wohneinheiten der GWG befanden sich Ende 2019 in Nettetal (823, keine Änderung), gefolgt von Viersen (802, unverändert), Meerbusch (727, +sechs), Willich (723, +elf), Kempen (489, +10), Schwalmtal (312, unverändert), Grefrath (219, +18), Brüggen (181, +eine), Tönisvorst (167, +17), Krefeld (111, –vier), Geldern (46, unverändert) und Niederkrüchten (42, unverändert). Insgesamt verwaltete die GWG Ende vergangenen Jahres 4642 eigene Wohneinheiten (2018: 4583), davon 1110 öffentlich geförderte. Die durchschnittliche Nettokaltmiete erhöhte sich in 2019 um 2,3 Prozent von 5,27 auf 5,39 Euro pro Quadratmeter. Im weiteren Eigentum der GWG befinden sich 25 Gewerbeeinheiten sowie 1941 Garagen und Stellplätze.

Durch die rege Modernisierungs- und Bautätigkeit erhöhte sich die Bilanzsumme der GWG im Geschäftsjahr 2019 um 17 Millionen Euro auf 207 Millionen Euro. Dank günstiger Zinsen und zusätzlicher Mieteinnahmen erwirtschaftete die GWG einen Jahresüberschuss von 3,2 Millionen Euro – das sind eine halbe Million Euro mehr als im Jahr 2018. Dennoch bleibt die Dividende unverändert bei 26 Euro. Damit fließen wie im Vorjahr insgesamt 400.000 Euro an die Anteilseigner. Die verbleibenden 2,8 Millionen Euro fließen in die Rücklage, um die Eigenkapitalquote bei 23 Prozent zu halten (2018: 23,6 Prozent).