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Viersen: "Grüner Salon": Ursache der Wirtschaftskrise

Viersen : "Grüner Salon": Ursache der Wirtschaftskrise

Auf Spurensuche nach Ursachen der Finanz- und Wirtschaftskrise bewegte sich am Wochenende der "Grüne Salon", zu dem der Ortsverband Viersen der Grünen eingeladen hatte. Rund 40 Besucher fanden sich in der Boisheimer Gaststätte "Conny´s Come in" ein und folgten unter der Moderation des früheren Ratsmitgliedes der Grünen, Heinz Liedgens, den Ausführungen von Ludger Gooßens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Krefeld sowie Vizepräsident der IHK Mittlerer Niederrhein, und Ewald Groth, Haushalts- und finanzpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen.

Unter dem Titel "Wirtschaftskrise - eine Chance global und regional" betrachten die Experten aber nicht nur die Ursachen, sondern führten auch mögliche Lösungsvorschläge an, um ein erneutes Einbrechen der Wirtschaft zu verhindern. Die übertriebene Immobilienpolitik in Amerika sah Gooßens dabei als Aufgangspunkt der ganzen Miserere. "In acht Jahren haben sich die Immobilienpreise vervierfacht. Dazu kommt eine Sparquote von Null. Amerikaner haben sich kopflos verschuldet. Ihre Häuser wurden mehr wert und sie nahmen wahllos Hypotheken auf", führte Gooßens an. Erst dachte man, der Konflikt bliebe in Amerika, aber durch die weltweiten Verkäufe der Kredite zog das amerikanische Problem größere Kreise. "Bei den getätigten Kreditverkäufen liegt das Problem darin, dass niemand ein wirkliches Interesse daran hat, dass der Kredit zurückgezahlt wird", mokierte Gooßens. Die Vermittler streichten lediglich ihre Provision ein. Das sah auch Groth so. Beide Gäste setzten hier auf den sogenannten Selbstbehalt bei Krediten als mögliche Lösung, um solche Katastrophen erneut zu verhindern. Dabei kann ein Vermittler einen Kredit nicht mehr zu 100 Prozent verkaufen, sondern nur zu 80 Prozent. Wird er nicht zurückgezahlt, verliert er ebenfalls Geld. "Bei einer solchen Vorgehensweise schauen sich Vermittler Kredite genauer an", war Gooßens überzeugt.

Internationale Kontrollsysteme, mehr Transparenz, eine Art Firmen-TÜV, ein anderes Zahlungssystem für Banker - sie erhalten Prämien erst, wenn etwas funktioniert hat - und der überaus wichtige Aufbau von Vertrauen, sind für Gooßens und Groth weitere Lösungsmöglichkeiten. Es sei zudem eine Lücke im Gesetz, dass weltweit Geschäfte ohne Eigenkapital gemacht werden könnten, bemerkte Gooßens.

(RP)