Energiewende Grüne fordern Ausbau der Nahwärme in Viersen

Viersen · Die Grünen im Viersener Stadtrat beantragen, ab sofort die Ausweisung neuer Siedlungsflächen an die Errichtung lokaler Nahwärmenetze zur Versorgung der angeschlossenen Haushalte und Unternehmen mit Heizwärme zu knüpfen.

Im Oktober fuhren Messwagen im Auftrag des Geologischen Dienstes auch durch Viersen, um herauszufinden, ob sich Tiefengeothermie lohnt. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Im Oktober fuhren Messwagen im Auftrag des Geologischen Dienstes auch durch Viersen, um herauszufinden, ob sich Tiefengeothermie lohnt. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Foto: GD NRW

Ebenso soll bei gravierenden Umnutzungen verfahren werden. „Zur Unterstützung dieser Planungen ist ein kommunaler Nahwärmeplan für die Stadt Viersen zu erstellen“, fordert Grünen-Sprecherin Maja Roth-Schmidt. Diese Maßnahme könne vom Bundesministerium zu 90 Prozent gefördert werden.

„Viersen hat mit der 2018 fertiggestellten Klimaschutzsiedlung Oststraße zwar schon punktuell einen hohen Standard gesetzt“, sagt Roth-Schmidt. „Es fehlt aber an einem gesamtstädtischen Plan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung nach der Energiewende.“

Idealerweise sollten sämtliche Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete dafür mittel- bis langfristig durch ein Nahwärmenetz auf regenerativer Basis mit Heizenergie versorgt werden, finden die Grünen. „Bereits kurzfristig sollte dies für neu auszuweisende Plangebiete gelten. Wärmeversorgung schlägt mit rund der Hälfte des gesamten deutschen Endenergieverbrauchs zu Buche“, so Roth-Schmidt.

Bei der Aufstellung eines kommunalen Nahwärmeplans ermittelt ein beauftragter Dienstleister den zu erwartenden Wärmebedarf und stimmt diesen mit einer auf erneuerbaren Energien beruhenden Wärmeversorgungsinfrastruktur ab. Bestandteile eines Wärmeplans sind neben einer Bestandsanalyse auch eine Energie- und eine Treibhausgasbilanz. Dazu gehört außerdem eine Analyse zur Ermittlung von Energieeinsparpotenzialen sowie zur Ermittlung von lokalen Potenzialen von Erneuerbaren Energien.

„Hilfreich ist die geothermische Potenzialanalyse, die der Geologische Dienst NRW im vergangenen Oktober auch im Viersener Stadtgebiet durchgeführt hat, um eine geothermale Charakterisierung des Untergrundes durchzuführen“, sagt Jörg Eirmbter-König, Sprecher der grünen Ratsfraktion. „Größere Siedlungsbereiche vor allem westlich der Süchtelner Höhen könnten mit dieser unabhängigen Energieform zuverlässig und kostengünstig versorgt werden.“

(mrö)