Grenzland: Schüler pflanzen 1500 Bäume beim Baumpflanztag

Grenzland : 1500 Bäume — 77 Schüler — ein Quiz

Nach einwöchiger Verzögerung wegen Sturm „Eberhard“ lud der Kreis am Donnerstag zum internationalen Baumplanztag ein. Deutsche und niederländische Schüler pflanzten gemeinsam in einem Wäldchen neue Bäume.

Wenn Mitte März der internationale Baumpflanztag gefeiert wird, treffen sich auch deutsche und niederländische Schüler entlang der Grenze zu einer großen Pflanzaktion. Diese Jahre luden der Naturpark Schwalm-Nette und die benachbarte Gemeinde Roerdalen Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Kreuzherrenschule aus Brüggen und der „Bassischool De Achtbaan“ aus Melick ein, im Wäldchen zwischen Oebel und der Swalmener Straße 1500 Bäume zu pflanzen.

Die zuständige Försterin Sabrina Frischer vom Regionalforstamt Niederrhein hatte das Pflanzgebiet vorbereitet. Die Gemeinde Brüggen stellt die Bäume zur Verfügung. Das Ziel der Aktion ist, auf der Windwurffläche einen dem Klimawandel angepassten Wald zu pflanzen. Beteiligt waren bei der Aktion auch der IVN Limburg (Instituut voor natuureducatie en duurzamheid) und die niederländische Forstverwaltung (Staatsbosbeheer Team Midden-Limburg).

Bevor die gemischten Schülergruppen jedoch damit beginnen kann, die Setzlinge in die dafür gezogenen Pflanzrinnen einzubuddeln, werden die Teilnehmer durch den Vorsitzenden der Verbandsversammlung des Naturparks Schwalm-Nette, Ferdinand Schmitz, und Ratsmitglied der Gemeinde Roerdalen, Jan den Teuling, begrüßt. Auch Peter Derksen von der Stiftung „Nationale Boomfeestdag“ und der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters und Fachbereichsleiter, Dieter Dresen, lobt das Engagement der Schüler. Gemeinsam setzen die Verantwortlichen mit einigen Schülern einen großen Erinnerungsbaum und enthüllen eine Gedenktafel. Beide Schulen haben ein Baumlied vorbereitet. „In einem Baum, da wohnen viele Tiere“, singen die Schüler auf Deutsch und Holländisch vor.

Anschließend gilt es aber noch, ein deutsch-niederländisches Quiz zu lösen. Gefragt wird etwa: Was bedeutet „Meinweg“? Nenne ein Dorf, das zum „Meinweg“ gehörte. Aus welchem Holz werden Holzschuhe hergestellt? Suche ein Birkenblatt und ein Eichenblatt. Oder auch die Frage, welche Verhaltensweisen im Nationalpark verboten sind. Nach diesem Quiz, bei dem jeder Gruppe ein Helfer zur Seite stand, werden an die 77 Schüler dann 1500 Europäische Lärchen verteilt. „Im Rahmen des Sachunterrichts haben wir mit den Kindern ein Arbeitsheft durchgenommen. Was ist der Meinweg und wie soll es hier zukünftig aussehen, was ist der Unterschied zwischen einem Mischwald und Nadelwald“, berichtet die Lehrerin Julia Naus der Klasse 4a. Gemeinsam mit der Klasse 4b wurde eine Klassenfahrt in die Eifel unternommen. „Dort haben die Kinder schon viel mitbekommen, wie sich die Natur wandelt. Sie sind schon sehr sensibilisiert, was den Klimawandel und den Naturschutz betrifft“, weiß Lehrerin Petra Bors. Froh sind beide Pädagoginnen, dass die Schüler sehr naturverbunden seien und noch viel Zeit draußen verbrächten.

„Ihr seht hier die Wurzel, tiefer muss das Loch gar nicht sein“, erklärt Jasper Schneberger von Wald und Holz NRW. „Habt ihr die Bäume ausgerissen?“, will Tyrone (10) wissen. „Die kommen aus einer Baumschule und wurden dort aus der Erde geholt“, antwortet der Helfer. „Mir ist wichtig, dass hier wieder neue Bäume wachsen. Bei dem Sturm sind viele kaputt gegangen und die Bäume sind wichtig, damit wir atmen und leben können“, beschreibt Emma (9) ihr Engagement. Sie vergibt den Bäumen in der Pflanzreihe ihrer Gruppe auch direkt Namen.

Nach dem Setzen wird das Pflanzloch wieder zugebuddelt und die Erde festgetreten. Albin (11) hat Angst, dass die Natur durch den Klimawandel leidet. Julian (9) achtet auch zu Hause auf den Naturschutz und Sarah (9) sagt: „Die Bäume nehmen die dreckigen Abgase auf. Je mehr Bäume es gibt, desto besser ist es für die Luft und frische Luft tut gut.“ Gregor Straka ist gelernter Landschaftsökologe und hilft heute bei der Pflanzaktion. „Man darf sich keine Gedanken darüber machen, ob wir wieder so einen heißen Sommer bekommen. Der Boden ist jetzt noch viel zu trocken. Wenn dem so ist, dann gehen all die Bäume hier wieder ein, das überleben sie nicht“, befürchtet Straka.

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