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Gläubige in Worms verehren Marienbild aus Niederkrüchten

Wundersame Rettung : Marienbild aus Elmpt von Brand verschont

In Pfeddersheim bei Worms wird ein gesticktes Marienbild verehrt, das aus Elmpt stammt. Karl-Heinz Achten und Theo Coenen vom Klängerklub gingen der Geschichte der wundersamen Rettung nach

Die Gesichtszüge von Maria und dem Jesuskind auf ihrem Arm sind kaum zu erkennen. Das Bild ist dunkel angelaufen – eine Folge der Jahrhunderte und eines verheerenden Feuers im Jahr 1869. Dass das Bild überhaupt noch existiert, grenzt an ein Wunder. Denn am 3. April jenes Jahres 1869 brannte der Bauernhof, in dem es sehr verehrt wurde, das Pollmannshaus am Beeker Weg (heute An der Beek) in Elmpt, fast vollständig nieder. Das einzige, das nahezu unversehrt blieb, ist das seidengestickte Bild, das in der Asche gefunden wurde. Der Holzrahmen war restlos verbrannt, das Deckglas zerstört.

Die Geschichte klingt nach frommem Wunderglauben, doch sie ist mit kirchlicher Autorität verbürgt. Denn es gibt eine Urkunde aus dem Jahr 1927, die der damalige Elmpter Pastor Hermann Wilms unterzeichnete und mit dem Pfarrsiegel versah. Darin bezeugt der damals 76-jährige Johann Mertens dies: „Das Bild ist bei einem Brande am weißen Sonntag 1869 ganz unversehrt geblieben, während der Rahmen verbrannte und das Glas zersprang. Es wurde in der Asche aufgefunden. Das Bild stammt von Martin Pollmanns und Sophie geb. Brauers aus dem 17. Jahrhundert. Ich, Johann Mertens, habe mit eigenen Augen gesehen, wie das Bild etwa 14 Tage nach dem Brande ganz unbeschädigt hervorgeholt wurde.“ Im Schlusssatz verbürgt sich Pastor Wilms für Mertens: „An seiner Glaubwürdigkeit ist gar nicht zu zweifeln.“ Mertens war zum Zeitpunkt des Brandes 18 Jahre alt und ein Enkel von Martin und Sophie Pollmanns.

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Das Bild existiert noch heute. Es hängt in der Pfarrkirche von Pfeddersheim, einem kleinen Ort, der zu Worms gehört. Dass seine Geschichte ans Licht kam, ist einem Zufall zu verdanken. Karl-Heinz Achten und Theo Coenen vom Elmpter Klängerklub stießen darauf. In detektivischer Kleinarbeit rekonstruierten sie den Weg des Bildes, das 1927 von Elmpt nach Pfeddersheim umzog. Es wurde seinerzeit dem dortigen Pfarrer Wilhelm Schwenz geschenkt. Dieser Wilhelm Schwenz hatte private Verbindungen in die Region – er wurde 1877 in Waldniel geboren. Über die Umstände der Schenkung konnten Achten und Coenen bisher nichts in Erfahrung bringen. Nachkommen der Familie Pollmanns gibt es nach Achtens Recherchen nicht mehr.

In Pfeddersheim wurde das Bild schon 1927 kunstvoll durch einen gestickten Strahlenkranz und ein Muster mit bunten Glitzersteinen erweitert und in der Pfarrkirche unter dem Titel „Maria Schutz zu Pfeddersheim“ aufgehängt und geweiht. Laut der Pfeddersheimer Pfarrchronik, die Achten und Coenen durchforsteten, habe sehr bald ein reges Prozessions- und Pilgerwesen eingesetzt. Die Geschichte des wundersam geretteten Marienbildnisses, das einer armen, tieffrommen Elmpter Bauersfamilie gehörte, fasziniert die Kirchenbesucher bis heute.