Gitarrenkonzert im Tor 21 mit Don Ross aus Kanada

Tor 21 Niederküchten : Tokio, Berlin, Montreal, Niederkrüchten

Der kanadische Akustikgitarrist Don Ross begeisterte das Niederkrüchtener Publikum im Mietstudio Tor 21.

Seit dem Wochenende ist die Kulturlandschaft im Grenzland um eine gute Adresse reicher. Zuvor hatte Werbegrafiker Manuel Uebbing im von ihm betriebenen Mietstudio „Tor 21“ in Niederkrüchten bereits zwei private Livemusik-Abende veranstaltet. Zum ersten öffentlichen Konzert war nun der kanadische Songwriter und Fingerstyle-Gitarrist Don Ross zu Gast. Der wusste, zur Freude des Publikums, den Stellenwert seines Auftrittsortes einzuordnen: „Tokio, Berlin, Montreal, Niederkrüchten“, deklamierte der mit zahlreichen internationalen Preisen bedachte Musiker zum Einstieg die musikalisch relevanten globalen Hotspots.

Unter Fingerstyle-Kennern gilt Don Ross als ein legitimer Nachfolger des Genre-Mitbegründers Leo Kottke. Ross präsentierte die durch jenen prominent gewordene Spielweise in höchster Präzision: Melodie, Akkorde, Bass- und Rhythmusbegleitung – all das entlockte er zeitgleich der akustischen Gitarre, mit der er bei seinem Spiel symbiotisch zu verschmelzen schien. Dass Ross sich dabei keineswegs ausschließlich als Bewahrer musikalischer Traditionen versteht, dokumentierte er immer wieder durch Zitate und Inspirationen aus Metal, Pop oder Hip-Hop. Technische Perfektion veredelte der Mann des Abends mit viel Humor, feiner Selbstironie und charmant vorgetragenen Anekdoten. So erfuhren die Besucher etwa Erhellendes über die Entstehung mitunter skurriler Song- oder Albumtitel oder wurden Zeuge davon, dass sich global relevante Pop-Größen wie Swedish House Mafia als Bob-Ross-Fans outeten.

In dezent countryesk schnarrendem Bariton blieb Don Ross auch den Nachweis gefühlvoller Sangesgabe nicht schuldig. Mitzuerleben, wie er auf der „tiefergelegten“ Baritongitarre von Funk Jazz über Deep Purple und Peter Gun die Popgeschichte dekonstruierte, machte einfach Spaß. Wunderbar auch Ross‘ Instrumentalversion von Gnarls Barkleys „Crazy“. Eine Premiere, die Lust auf mehr machte.

Mehr von RP ONLINE