Brüggen: Giftschlangen in Opas Wohnzimmer

Brüggen: Giftschlangen in Opas Wohnzimmer

Als Wilhelm Kerren vor 52 Jahren den Natur- und Tierpark Brüggen gründete, wohnte er inmitten seiner Tiere. Enkel Stephan, heute Betreiber des Parks, kann sich noch gut daran erinnern. An die Kaffeetafeln im gemütlichen Wohnhaus oder an die Weihnachtsfeste.

Doch dort, wo einst gefeiert wurde und die Glocken klangen, sollen demnächst die Schlangen klappern. Die Kerrens stecken mitten in den Vorbereitungen zu einem großen Projekt: Das Wohnhaus, das nach wie vor im hinteren Bereich des Geländes zu finden ist, soll in ein Schlangenhaus umgewandelt werden. Von der Kobra bis zur Gabunviper werden in Opas Wohnzimmer bald jede Menge giftige Zeitgenossen ein neues zu Hause finden. "Die Genehmigungen für das Schlangenhaus sind da. Nun hoffen wir, dass es am Ende der Sommerferien richtig losgehen kann", sagt Stephan Kerren.

Der Tierparkbetreiber konnte einen Schlangen-Experten gewinnen, der das Projekt betreuen wird. Er soll sich jedoch nicht nur um die Tiere kümmern, sondern auch um Menschen, die eine Schlange als Haustier halten wollen. "Wir wollen Schulungen anbieten für Privatleute sowie für Rettungskräfte und eine Art ,Schlangen-Führerschein' anbieten."

Ein Vorfall wie jener in Mühlheim, wo ein junger Mann seine Giftschlange erst vor Kurzem hat entwischen lassen, zeige, wie nötig solch ein Konzept ist. Das Wohnhaus im Tierpark war in den vergangenen Jahren zeitweise vermietet, stand dann aber leer. Zuletzt durften die kälteempfindlichen Aras im ehemaligen Kinderzimmer exklusiv überwintern. Nun sollen für die Schlangen zunächst zwei Räume mit insgesamt rund 70 Quadratmetern abgetrennt werden. Und der verstorbene Opa Wilhelm? Enkel Stephan weiß: "Der würde sich über die neuen Bewohner bestimmt freuen – so lange er selbst nicht mit ihnen dort wohnen muss."

(RP)