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Kreis Viersen: GFB steht unter Druck

Kreis Viersen : GFB steht unter Druck

Der Kreis muss GFB-Mitarbeiter im Jobcenter übernehmen, weil der Gesellschaft die Arbeitnehmerüberlassung untersagt ist. Es gibt Klagen gegen Entlassungen. SPD und Grüne fragen unterdessen nach Perspektiven.

21 Mitarbeiter der Gesellschaft zur Förderung der Beschäftigung im Kreis Viersen (GFB) haben zu Beginn der Woche ein Übernahmeangebot der Kreisverwaltung erhalten. Sie alle arbeiten im Jobcenter Kreis Viersen, die meisten haben das Angebot mittlerweile akzeptiert.

Neun ihrer Kollegen dagegen verlieren zum Monatswechsel an diesem Wochenende ihre Jobs. Ihnen hat der Kreis kein Angebot gemacht. Im Jobcenter können sie nicht weitermachen, denn die GFB hat keine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung.

Eine Gesetzesänderung im Dezember 2011 und ein Arbeitsgerichtsverfahren vor knapp zwei Monaten haben vollendet, was zum 30. Juni 2012 befristet war. Es gibt einen Personalgestellungsvertrag zwischen GFB und Kreis, mit dem die personellen Lücken im Jobcenter aufgefüllt wurden. Die GFB-Leute haben unterschiedliche Ausbildungen, die vom Juristen über Sozialpädagogen und Verwaltungsangestellten bis zum Handwerker oder zur ungelernten Kraft reichen.

Uneingeschränkte Übernahme

Der Kreis bietet die uneingeschränkte Übernahme nur denen an, die in allen Sachgebieten der Kreisverwaltung arbeiten können. Die GFB-Kräfte, die jetzt ihre Jobs verlieren, wehren sich. Kreisdirektor Dr. Andreas Coenen, Personalchef in der Kreisverwaltung, bestätigte, dass zurzeit acht Feststellungsklagen anhängig sind.

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Das ist aber nicht die einzige Baustelle, die die GFB zurzeit hat. SPD und Grüne wollen wissen, welche Perspektiven die 1998 gegründete Gesellschaft noch hat. Damals gab es noch keine Agenda, die Sozial- und Arbeitslosenhilfe zusammenfügte. Viele Aufgaben, die die GFB seinerzeit aufbaute, haben die heutigen Jobcenter mittlerweile übernommen. Etliche Instrumentarien sind stark zusammengestrichen worden, mehrere Projekte mussten beendet werden, weil die Fördermittel gestrichen wurden.

"Viele Aufgaben sind für die GFB inzwischen verloren gegangen", stellte in der Sitzung des Kreistages am Donnerstagabend Bernd Bedronka (SPD) fest. Seiner Fraktion und den Grünen, die nun mehr über die Perspektiven der GFB erfahren möchten, fehlte "die Begleitung des politischen Auftrags".

So muss die Gesellschaft, die bisher erwerbslosen Menschen im Kreis Perspektiven für ihre berufliche Zukunft vermittelt und intensiv berät, nun selbst nachweisen, ob und welche Perspektiven sie hat. Denn es gibt eine ganze Reihe von Paralleltätigkeiten zum Jobcenter.

"Um der GFB auch in den nächsten Jahren eine ausreichende Basis für ihr weiteres arbeitsmarkt-orientiertes Agieren zu sichern, sieht sich die Geschäftsführung ... in der Verpflichtung, sich ... weiter intensiv neuen Themen in geeigneten Tätigkeitsfeldern zuzuwenden und gut umsetzbare Strategien für die Zukunft zu entwickeln", heißt es ahnungsvoll im Geschäftsbericht 2011.

(RP/rl)