Gewerkschaft IG Bau fordert mehr Kontrollen auf Baustellen im Kreis Viersen

IG Bau : Gewerkschaft: Auf Baustellen mehr kontrollieren

Im Kampf gegen illegale Machenschaften auf dem Bau fordert die Gewerkschaft IG Bau mehr Zoll-Kontrollen im Kreis Viersen. Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner Teil der 302 Baufirmen im Kreis ins Visier der Beamten, kritisiert Doris Jetten.

Die Bezirksvorsitzende der IG Bau Düsseldorf verweist auf eine Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Krefeld, das auch für den Kreis Viersen zuständig ist, wurden demnach zwischen Januar und Juni 112 Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 5,4 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. „Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafterin Jetten. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen. Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die Konkurrenz. „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll. Je größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und Lohn-Drückerei.“ Nach Informationen der IG Bau stattete der Krefelder Zoll im ersten Halbjahr insgesamt 419 Firmen einen Besuch ab. Das waren 4,2 Prozent mehr Kontrollen als im Vorjahreszeitraum.