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Brüggen: Gesamtschule sagt Lärm den Kampf an

Brüggen : Gesamtschule sagt Lärm den Kampf an

Im Gesundheitsausschuss der Gesamtschule haben Schüler und Lehrer gemeinsam Maßnahmen gegen Krach in den Klassenzimmern umgesetzt. Vier Räume konnten lichttechnisch und nachhalltechnisch verbessert werden.

Wenn Schüler und Lehrer sich über Kopfschmerzen und Konzentrationsmangel beklagen und die Ursache dafür klar ist, muss etwas unternommen werden. So beschäftigte sich der Gesundheitsausschuss der Gesamtschule mit dem Problem der Geräusch-Emmissionen. "Eine Befragung der Lehrer ergab, dass es nicht das Problem ist, dass Schüler über Tische und Bänke gehen würden. Im Gegenteil, die Schüler sind meist sehr diszipliniert. Aber es sind die baulichen Gegebenheiten an beiden Standorten - Bracht und Brüggen - die einen überhöhten Effekt durch Rückhall bringen", so Béatrice Mack-Lillig, Abteilungsleiterin der Stufen sieben und acht. Pädagogisch wirken die Lehrer schon gegen den Lärm, in Überlegungen wie Lärm reduziert oder gar vermieden werden kann, wurden die Schüler mit einbezogen.

Ideen kamen durch die Schüler: Beispielsweise reiben die Schüler ihre Fingerspitzen vor Klassenarbeiten aneinander, um die Konzentration zu steigern, Wärme zu erzeugen und Unruhe abbauen zu können. Ein kleines Beispiel, aber eine sinnvolle Maßnahme. Die Schule erhielt einen Schulentwicklungspreis für gute gesunde Schule der Unfallkasse NRW. Darin enthalten waren auch die Projekte gegen das Rauchen und eine Bewegungsstrategie wurde entwickelt. Das Preisgeld floss mit in die Sanierung einiger Klassenräume. Auch die Gemeinde leistete einen großen Beitrag. Bis jetzt konnten vier Räume lichttechnisch und nachhalltechnisch verbessert werden. Die Betondecken in den Klassenräumen bewirkten, dass Schall zurückgeworfen wird und sich so kumuliert. Hinzu kommen Geräusche vom Stühle rücken und aus dem normalen Klassengeschehen.

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Bei der Besichtigung der sanierten Räume und der Räume im alten Zustand äußerten sich die Schüler: "Wenn die Jungs an den hinteren Tischen sich nur leise unterhalten, sind es gerade die tiefen Stimmen, die man bis vorne gut hören kann. Das stört die Konzentration." "Für uns ist es schwierig zu verstehen, was vorne gesprochen wird", meinten diejenigen, die im hinteren Teil des Raumes sitzen. "Gerade bei Gruppenarbeiten, wo diskutiert wird, ist die Geräuschkulisse sehr belastend. Spätestens nachmittags habe ich Kopfschmerzen", gab eine Schülerin zu bedenken. "Irgendwann wird man selber lauter und schreit sich nur noch an."

Die Konsequenz aus der Geräuschbelastung sind gereizte Schüler und Lehrer, Konzentrationsschwächen und der Lernerfolg lässt nach. In den mit Schallschutzplatten ausgestatteten Räumen wirken die Geräusche gedämpft, sanfter und weniger störend. Mit Rigipsplatten wurden die Betoninnenwände verkleidet. Es stehen weitere Räume an, auch im Forum müssen noch Schallschutzmaßnahmen durchgeführt werden.

"Eine große Aufgabe wird die Mensa in Bracht", ist sich Organisationsleiter Joachim Wagner sicher. Denn viele gute Vorschläge scheiterten an den hohen Brandschutzauflagen. "Viele Materialien sind dabei per se schon ausgeschlossen." Der Gebäudemanager der Gemeinde, Musa-Kazim Özlü, signalisierte, dass man verschiedene Möglichkeiten prüfen würde.

Die Gemeinde hat für 2015 bereits Mittel zur Finanzierung der Schallschutzmaßnahmen in den Haushalt eingestellt. Ob diese dann auch für Verbesserungen in der Mensa der Gesamtschule ausreichen werden, könne jetzt noch nicht abgesehen werden.

(bigi)