Brüggen: Gesamtschule hat jetzt Partner in Polen

Brüggen: Gesamtschule hat jetzt Partner in Polen

Die Gesamtschule Brüggen ist seit gestern offiziell Partner der Basisschule im polnischen Lagow. Noch bis zum 22. April erkunden Sechst- und Siebtklässler die Burggemeinde. Der Gegenbesuch ist für das kommende Jahr geplant

723 Kilometer von Brüggen entfernt liegt die polnische Ortschaft Lagow. Die beiden Orte haben viele Gemeinsamkeiten. Sie blicken auf eine reiche Geschichte zurück. So wurde Brüggen im Jahr 1289 erstmals erwähnt, Lagow im Jahr 1299. Wie Brüggen hat auch Lagow eine Burg, diese gehörte einst dem Johanniterorden. Wie Brüggen kann auch Lagow mit Veranstaltungen aufwarten, die weit in die Region hineinstrahlen: Während sich Brüggen auf das Musikfestival "Brüggen Klassik" im August vorbereitet, freut man sich in Lagow auf den Lebuser Filmsommer, der vom 24. Juni bis 1. Juli stattfindet.

Solche Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede werden die Schüler der Gesamtschule Brüggen und der Basisschule in Lagow in den kommenden Jahren entdecken. Sie sind eine Schulpartnerschaft eingegangen, die gestern Morgen offiziell besiegelt wurde, indem die Bürgermeister der beiden Gemeinden, Brüggens Bürgermeister Frank Gellen (CDU) und sein polnischer Amtskollege Czeslaw Kalbarczyk, und die beiden Schulleiter, Brüggens Gesamtschulleiter Wolfgang Jöres und sein polnischer Kollege Darius Rutkowski, die Vereinbarung zur Partnerschaft unterzeichneten.

Am Samstag kamen die Gäste aus Polen in Brüggen an - für die 723 Kilometer hatte der Bus knapp acht Stunden gebraucht. Neben Lagows Bürgermeister und Schulleiter Rutkowski begleiten zwei Lehrer, Tamara Sawicka und Waldemar Tepfer, die ersten neun Schüler der Lagower Basisschule, die bis zum 22. April in Brüggener Gastfamilien untergebracht sind. Die Jungen und Mädchen besuchen in Lagow die sechste und siebte Klasse. Ihre Gastgeschwister sollen im kommenden Jahr nach Polen fahren, um auch die Ortschaft Lagow kennenzulernen. Die Verständigung gelingt mehrsprachig: Die deutschen Schüler lernen zwar kein Polnisch, doch die Lagower Schüler haben Unterricht in Englisch und Deutsch. Zur Not helfen Hände, Füße und Klassenkameraden, die übersetzen können.

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Zu einer kleinen Feier in der Aula der Brüggener Gesamtschule am Standort in Bracht waren gestern alle Fünftklässler eingeladen worden - denn sie werden in zwei Jahren die nächsten sein, die am Schüleraustausch teilnehmen dürfen. In einer kurzen Ansprache erinnerte Bürgermeister Gellen an die Zeit, als an der Grenze noch Kontrollen durchgeführt wurden, wenn man nur in die Niederlande fuhr. Er berichtete auch, dass bei einer Reise nach Berlin Männer mit Maschinenpistolen in den Bus kamen, um die Papiere der Reisenden zu kontrollieren. Die Schüler forderte er auf, die Möglichkeit des Austauschs zu nutzen, mit anderen ins Gespräch zu kommen, Freundschaften zu knüpfen. "Kommt nach Brüggen, fahrt nach Polen, sprecht miteinander und macht es besser, als wir es damals gemacht haben", so Gellen. Denn das Herz Europas seien die Menschen, die darin lebten.

Sein polnischer Amtskollege Kalbarczyk machte deutlich, dass zwischen beiden Schulen zwar mehr als 700 Kilometer lägen, "aber wir befinden uns im gemeinsamen Europa". Er nannte das jetzige Treffen einen Anfang. Er hoffe, dass die Partnerschaft über viele Jahre fortgesetzt werde, und Schüler wie Eltern daran teilnähmen.

Auf den Weg gebracht wurde die Partnerschaft von der Brüggener Gesamtschullehrerin Iwona Karzmarczyk, die aus Lagow stammt. Für ihren Einsatz und die Vorbereitung der Partnerschaft, die gut ein Jahr in Anspruch nahm, erhielt sie gestern viel Applaus - ebenso wie ihre Schüler, die mit Instrumenten und Gesang Lieder von Freundschaft, Frieden und Zusammenhalt sangen, darunter "Seite an Seite" von Christina Stürmer und "99 Luftballons" von Nena.

(RP)