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Gesamtschüler aus Brüggen starten zu Filmdreh in Irland

Brüggen : Gesamtschüler starten zu Filmdreh in Irland

Für drei Wochen werden Jugendliche, Lehrer und weitere Begleiter in Glanearagh zu einer Filmcrew.

Ich packe meine Koffer und nehme mit … Dieses Spiel hat das Filmteam der Gesamtschule Brüggen um Holger Wiek und Sina Helen Hausmann bereits gespielt. Mit dem Ergebnis, möglichst wenig Gepäck mitzunehmen. „Wir haben von der Gemeinde für die Fahrt einen Minibus zur Verfügung gestellt bekommen. Und haben beim ersten Blick festgestellt, dass wir doch sehr viel Equipment haben werden“, sagt Lehrer Holger Wiek.

Am Donnerstag ist die Gruppe zum Filmdreh nach Glaneragh im Südwesten Irlands aufgebrochen. Einige sind in dem weißen Minibus eingestiegen und hatten eine zweitägige Anreise vor sich, andere werden nach ihrer Abschlussfeier das Flugzeug nehmen. Für Wiek wird es der vierte abendfüllende Film. Für den 2018 aufgeführten Historienfilm „Bedlam“ gab es den Schulfilmpreis des Kreises Viersen.

Für drei Wochen werden Jugendliche, Lehrer und weitere Begleiter zu einer Filmcrew. Jennifer Buschmann, Schauspielerin aus Willich, ist als professionelle Unterstützerin dabei. Der Kontakt zu ihr, die etwa in einem Dortmunder Tatort, einem Musikvideo von Christina Stürmer und österreichischen Kinofilmen wie „Grave Men“ zu sehen war, kam über Sina Helen Hausmann zustande. „Jennifer hat unsere bisherigen Produktionen gesehen und war begeistert von der Qualität“, sagt Hausmann; die Lehrerin wird zum ersten Mal Regie führen. Eine Aufgabe, auf die sie sich freut. Ebenso wichtig ist ihr aber die Arbeit aller Beteiligten vor und hinter der Kamera: „Wir werden im Team arbeiten und zu einem ,Wir‘ werden.“

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Über ein Casting wurde die Rolle einer Polizistin besetzt, dafür erhielt die Krefelderin Gaby Koudsi den Zuschlag. „Manchmal fehlen Darsteller in einem bestimmten Alter. Wir haben einen Mann oder eine Frau im Alter von 40 bis 60 Jahre gesucht“, sagt Holger Wiek. Mehr als 20 Interessenten hätten sich beworben – Gaby Koudsi erhielt die Rolle. Keine Probleme gab es dagegen, den Part eines Seniors zu besetzen – den übernimmt Manfred Kox, ein pensionierter Lehrer.

Eine zentrale Rolle wird auch der Drehort spielen – nicht nur, weil es der Filmtitel ist. Glanearagh liegt in der Grafschaft Kerry im Südwesten der Insel. Dort sieht es genau so aus, wie man sich Irland vorstellt: saftige, grüne Wiese vor bizarr zerklüfteten Klippen und die Weite des Meeres. Eine beeindruckende Landschaft, die perfekt zu der magischen Geschichte von Freundschaft und Liebe passt, die über 90 Minuten erzählt wird. Die todkranke Amelia will dort mit ihren Freunden ihre letzten Tage verbringen, dann taucht Ian auf und verändert den Lauf der Geschichte…

Linda Wendt (18) spielt diese Hauptrolle, hat dafür viel Text lernen und sich im Schauspielen erproben müssen. Seit Anfang des Schuljahres bereiten sich Lehrer und Schüler auf die Dreharbeiten vor. Das Drehbuch wurde immer wieder geändert, auch die Ideen der Darsteller flossen mit ein. „Es ist bei uns aber nicht so wie bei ,Casablanca‘, wo während des Drehs noch am Skript gearbeitet wird“, sagt Holger Wiek lachend. Er ist nicht nur der Filmproduzent und Drehbuchautor, sondern auch der Bildregisseur, hat in diesem Bereich früher gearbeitet. Auch den Drehort kennt er – was die Arbeit vor Ort leichter macht.

Dennoch muss alles für jeden Drehtag akribisch geplant werden – von den Kostümen über die Maske bis hin zur Technikausrüstung. „Das haben wir über Jahre durch Spenden anschaffen können, verfügen über eine professionelle Tonausrüstung mit Angel und Mikrophonen, über Kran und Schienen für die Kamera“, sagt der Lehrer.

Jeder im Filmteam habe mehrere Aufgaben, manche vor, andere wie Jasbley Erkens (17) hinter der Kamera. Sie ist zum zweiten Mal beim einem Film der Gesamtschule dabei, jetzt als zweite Kameraassistentin: „Man muss den Umgang mit der Ausrüstung immer wieder üben.“

Regelmäßig hat sich das Filmteam getroffen, über Wochen immer wieder geprobt, Dialoge gelernt. Jetzt freuen sich alle, dass sie starten. „Es kann losgehen“, meint Sina Helen Hausmann. Und trotz straffen Drehplans bleibt auch Zeit für Spaß und Erholung. Alles andere wäre Verschwendung. Denn dafür ist Glanearagh einfach zu schön.