Geplantes Naturschutzgebiet im Elmpter Wald ist strittig

Diskussion um Landschaftsplan : Naturschutzgebiet im Wald ist strittig

Die Gemeinde Niederkrüchten fürchtet Nachteile, wenn 600 Hektar kommunalen Waldes in Elmpt unter Naturschutz gestellt werden. Das sieht der erste Entwurf des Landschaftsplans vor. Der Kreis kündigt weitere Gespräche an.

Die Gemeinde Niederkrüchten und der Kreis Viersen sind uneins über die Einschätzung des Landschaftsplans „Grenzwald/Schwalm“. Zu dessen ersten Entwurf haben einzelne Gemeinden Stellung bezogen. In Niederkrüchten fiel diese wenig gnädig aus. „Bei dem Thema komme ich in Wallung“, sagte Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) in der Sitzung des Gemeinderates. Die Gemeinde Niederkrüchten behalte sich vor,  gegen die Aufstellung des Landschaftsplans Rechtsmittel einzulegen.

Was ist das Problem für Niederkrüchten?

Verwaltung und Bürgermeister befürchten, dass mit der Aufstellung Schaden entsteht für die Niederkrüchtener. Die Gemeinde wäre durch den Landschaftsplan, den der Kreis Viersen als Untere Naturschutzbehörde aufstellt, erheblich betroffen. Von  1070 Hektar geplanten neuen Naturschutzflächen sind circa 600 Hektar im Eigentum der Gemeinde. In einem Brief an den Kreis Viersen als zuständige Behörde heißt es: „Die Ausweisung von solch großen Naturschutzflächen erscheint willkürlich, ist nicht nachvollziehbar und belastet die Gemeinde Niederkrüchten über Gebühr.“

Welche Folgen hätte es, wenn Waldflächen unter Naturschutz gestellt würden?

Wassong befürchtet, dass insbesondere für die Forstwirtschaft, aber auch für andere Wirtschaftszweige Nachteile entstehen. Der Bürgermeister nannte die Themen wie den Erhalt des Golfplatzes, das Knotenpunktsystem für Radler und touristische Aspekte, die für Niederkrüchten wichtig seien. Aber auch Dünge- und Veranstaltungsverbot oder eine Einschränkung der Jagd gehörten dazu: „„Mit dem neuen Landschaftsplan wären wir diesbezüglich sehr eingeschränkt“, so Wassong. Er stelle nicht die ökologische Notwendigkeit der Unterschutzstellung in Frage: „Aber das kommt durch die kalte Küche. Wehret den Anfängen.“

Wie schätzt der Kreis den Entwurf und seine Folgen ein?

Reinhard Bräutigam, stellvertretender Leiter der Abteilung Natur und Landschaft beim Kreis Viersen, verweist darauf, dass sich das gesamte Verfahren noch in einem sehr frühen Stadium befindet: „Es ist die erste Beteiligung für den ersten Vorentwurf.“ Dies bedeute noch keine Entscheidung. Man habe bereits ein ausführliches Gespräch mit der Gemeinde Niederkrüchten zu diesem Thema geführt. Ende Januar soll es ein weiteres Gespräch geben.

Was würde die Ausweitung der Naturschutzflächen auf  kommunalen Waldgebiete bedeuten?

Die Gemeinde befürchtet wirtschaftliche Einbußen, weil die forstliche Nutzung des Waldes dann eingeschränkt sei. Laut Bräutigam handele es sich um eine zeitliche Begrenzung, darin sehe er keine große Einschränkung. Der Punkt ist insofern strittig, weil es auch laut Gemeindeverwaltung nur unterschiedliche Zahlen dazu gibt, wie hoch der Verlust ausfallen würde.

Was würde sich im einem Wald unter Naturschutz für Spaziergänger und Hundehalter ändern?

Spaziergänger müssten auf den Wegen bleiben, Hunde müssten an die Leine.  „Das ist in den Teilen des Waldes, die unter Naturschutz stehen, bereits jetzt so“, sagt Reinhard Bräutigam. Er halte es etwa für vernünftig, wenn Hunde im Wald angeleint seien. Dadurch könne die dortige Tierwelt geschont werden und erleide keine massiven Beeinträchtigungen.  Auch die Wegepflicht begrüßt Bräutigam, gerade für Mountainbiker: „Wir haben das in den vergangenen ein, zwei Jahren kontrolliert, werden unsere Kontrollen in Zukunft aber noch verstärken.“ Auch dem Problem der professionellen Pilzesammler könne auf diese Weise besser begegnet werden. „Es gibt immer mehr Sammler, die deutlich über den Eigenbedarf hinaus unterwegs sind.“ In Naturschutzgebieten ist es generell verboten, Pilze zu sammeln.