Kreis Viersen: Gegen Hochwasser und für Naturschutz

Kreis Viersen : Gegen Hochwasser und für Naturschutz

Der Wasser- und Bodenverband Mittlere Niers setzt Forderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie um.

Das Sumpfgebiet entlang der Niers wird seit rund 160 Jahren weitgehend trockengelegt. Im Zuge der sogenannten Melioration wurden Gräben zur Entwässerung angelegt und der Flusslauf begradigt. In der Flussniederung wurden damit Flächen für die Landwirtschaft geschaffen. Heute werden die Arbeiten zum Teil zurückgeführt. Der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers muss einerseits die Sicherheit der Anwohner gewährleisten und andererseits Umweltschutz-Ziele umsetzen.

Der neue Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Peter Joppen, kündigte an, der Verband werde weiter drei Ziele verbinden: "Wir müssen sicherstellen, dass im Flachland der Niersniederung das Wasser möglichst schnell und schadlos für die Anlieger abfließt und außerdem auf Umwelt- und Hochwasserschutz achten." Joppen, der Nachfolger von Willichs Bürgermeister Josef Heyes ist, traf sich mit den weiteren Vorstandsmitgliedern sowie Geschäftsführer Christoph Rüber zur ersten Sitzung in neuer Besetzung.

Sie sind zuständig für das 257 km² großes Verbandsgebiet, das von der Einmündung des Triethbachs (Mönchengladbach) bis Wachtendonk und Straelen reicht. Der Verband wird in nächster Zeit mehrere Wasserbau-Projekte umsetzen. Dazu gehören Bauarbeiten im Zuge der europäischen Wasserrahmenrichtlinie an der Cloer in Willich. Zum Schutz gegen Hochwasser wird eine S-Kurve im Münchheider Graben verbessert. Dazu wird er unterhalb der Kurve zusätzlich aufgeweitet, so dass er mehr Wasser aufnehmen kann. Fortgesetzt werden das ehemalige Pilotprojekt am Zweigkanal und die Renaturierung auf einer weiteren Teilstrecke bis zum Einlauf in die Niers.

Der Vorstand kündigte an, den Verband so zu stärken, dass er eigenständig bleiben kann. "Wir möchten gleichberechtigt mit den großen Verbänden agieren können", erklärt Joppen. In den vergangenen acht Jahren sei es richtig gewesen, zwei frühere Standorte in Wachtendonk und Viersen in Grefrath zusammenzufassen: "Wir haben die Arbeitsorganisation verbessert, können Mitarbeiter und Maschinen flexibler einsetzen und haben eine bessere Erreichbarkeit des ganzen Verbandsgebietes", sagt Joppen.

Die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie seien mit anderen Fachbehörden erarbeitet worden. Die ökologische Funktion künstlicher und erheblich veränderter Gewässer soll aufgewertet werden. Es sei Aufgabe, die mitunter widerstreitenden Interessen von Landwirten und Anwohnern auszugleichen. Sie haben berechtigte Angst vor Überflutungen im Zuge der Umbauten. So wurden auch Hochwasser-Risikopläne entwickelt. Dazu werden zusätzliche Retentionsräume geschaffen und Gewässer aufgeweitet.

Mitglieder des Wasser- und Bodenverbandes der Mittleren Niers sind die Kommunen Kaarst, Meerbusch, Korschenbroich, Mönchengladbach, Nettetal, Willich, Viersen, Tönisvorst, Krefeld, Kempen, Straelen, Grefrath und Wachtendonk. Dazu sind "Erschwerer und Vorteilshabende", Gewässereigentümer und Uferanlieger sowie der Niersverband Mitglieder. Der Verband finanziert sich aus Beiträgen der Mitglieder.

(RP)
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