Viersen: Für Alleenradweg muss die Brücke weg

Viersen: Für Alleenradweg muss die Brücke weg

Heute wird die alte Eisenbahnbrücke über der Venloer Straße in Dülken abgerissen. Das Straßenstück wird bis abends auf beiden Seiten gesperrt, Umleitungen sind eingerichtet. Die Straße bleibt bis Ende Mai stadtauswärts gesperrt.

Die Bäume an der Böschung links und rechts der alten Eisenbahnbrücke sind schon weg. Als gestern Morgen der Bagger kam, die Böschung hinauffuhr und begann, dort oben die Erde abzutragen, blieben auf dem gegenüberliegenden Norma-Parkplatz die Kunden stehen und guckten zu. Heute geht es weiter: Die alte Brücke soll mit einem Kran komplett abgehoben werden, mit dem Bagger wird dann die Böschung abgetragen. Die Mauern, die links und rechts der Straße unter der Brücke stehen, werden eingerissen. Dazu wird dieses Straßenstück heute komplett gesperrt.

Die alte Eisenbahnbrücke, die über die Venloer Straße führt, wird heute abgerissen, dann wird die Böschung abgetragen. Bis 1998 fuhren hier noch Züge, dann wurde der Abschnitt Dülken-Waldniel stillgelegt und zurückgebaut. Foto: Busch

Mit dem Abriss der alten Eisenbahnbrücke beginnt der Ausbau des Alleenradwegs von Dülken nach Waldniel. Solange am Wochenende die Straße beidseitig gesperrt ist, müssen Autofahrer, Radler und Fußgänger die Umleitung über die Otto-Hahn-Straße und die Straße Am Drouvenhof nutzen. Ab Montag gilt diese Umleitung nur für Autofahrer und Radler, die stadtauswärts fahren. Stadteinwärts kann man wieder die Venloer Straße nutzen.

Bis zum Jahresende soll der fünfeinhalb Kilometer lange Radweg fertig sein. Der Weg auf der stillgelegten Bahntrasse führt über 4,8 Kilometer auf Viersener Gebiet. Die letzten 700 Meter liegen auf dem Gebiet der Gemeinde Schwalmtal, und dort mündet der Weg in die Landstraße L 3. In Dülken mündet der Alleenradweg auf den Kampweg und führt bis zur Bürgermeister-Voss-Allee. Ist der Radweg erst fertig, ist er Teil des Bahnradwegenetzes im Kreis Viersen. Wer möchte, kann dann einen 120 Kilometer langen Rundweg fahren.

Nicht überall wird der Bahnradweg auf der ehemaligen Trasse der "Klimp" verlaufen, zum Teil werden auch direkt neben der Trasse verlaufende Wege genutzt. Das ist zum Beispiel auch an der Venloer Straße in Dülken der Fall: Der schlechte Zustand der Brücke und die Enge der Straßenunterführung seien ausschlaggebend dafür gewesen, die Brücke abzureißen, teilt die Stadt Viersen mit. Ist die Brücke erst weg und die Böschung abgetragen, soll die Straße deutlich verbreitert werden: Noch ist dieses Straßenstück mit Gehweg 9,05 Meter breit. Bis Ende Mai wird die Straße dort verbreitert, rechts und links werden Geh- und Radwege angelegt. Insgesamt ist die Stelle dann 17 Meter breit. In der Mitte der Straße wird eine Verkehrsinsel angelegt, die als Querungshilfe dient — nicht nur für Fußgänger, sondern auch für die Radler, die den Bahnradweg nutzen wollen. Dülkens Ortsbürgermeister Michael Aach glaubt, dass die Verbreiterung der Straße von den Bürgern sicher gut aufgenommen werde: Wer jetzt bei Norma in die Venloer Straße einbiegen will, sieht erst spät, ob da ein Radfahrer oder Fußgänger kommt, "das ist hier teilweise sehr eng", sagt Aach. Der Abriss der Brücke und die Verbreiterung der Straße würden diese Stelle sicherer machen, ist Aach überzeugt.

Am Amerner Weg soll ebenfalls eine Verkehrsinsel angelegt werden — auch, damit die Autos dort langsamer fahren. Die Breyeller Straße soll dort, wo der Alleenradweg quert, auf 3,50 Meter verengt werden und der neu anzulegende Geh- und Radweg an der Nordseite des Dülkener Bahnhofs wird durch einen Zaun von der Bahnstrecke getrennt. Ab dem Torfweg soll dann der Radweg auf einem Wirtschaftsweg, der noch saniert werden muss, parallel zur Bahntrasse bis Waldniel weitergeführt werden.

(RP)