Fridays for Future: Aktionstag in der Johannes-Kepler-Schule in Viersen-Süchteln zum Klimaschutz

Viersen-Süchteln : Wie Klimaschutz Schule macht

„Fridays for Future“ mal anders: Die Johannes-Kepler-Schule nahm die Klima-Demonstrationen von Schülern zum Anlass für einen Aktionstag. Dabei ging’s ums müllfreie Frühstück bis zur Nitratbelastung im Grundwasser.

Bienenhotels und Blumenwiese, Saatbomben, Schmuckmagneten aus Kronkorken: Am Freitag haben rund 580 Schüler der Johannes-Kepler-Schule in Süchteln gebastelt, gegärtnert und experimentiert. Das alles unter dem Motto „Fridays for Future“. Die Idee für einen Klima-Tag an der Realschule entstand, nachdem eine Schulklasse vor knapp einem Monat an einem Freitag zu Klima-Demonstrationen nach Düsseldorf gefahren war. „Der nächste Schritt ist, aktiv etwas für den Klimaschutz zu tun“, sagt Konrektorin Ute Postertz.

In weniger als zwei Wochen stellten Lehrer, Schüler und Naturschützer von BUND und Nabu ein Programm für den Klima-Tag zusammen. Dazu gehörten Müll sammeln an der Niers, verschiedene Bastel- und Experiment-Stationen im Schulgebäude und eine bienenfreundliche Gestaltung des Schulhofes. „Zurzeit werden die Gebäude saniert, das ist eine gute Gelegenheit, auch die Grünflächen neu zu gestalten“, sagt Postertz.

Die Stadt hatte die Schule vorher beraten, wie Brachflächen begrünt werden können. Mit Spenden mehrere Gartenbaufirmen und Gartencenter hatte die Schule ausreichend Pflanzen und Blumenerde zur Verfügung, um an mehreren Stellen Sand und Steine durch blühende Stauden zu ersetzen. Der süße Nektar soll nicht nur Bienen, sondern auch anderen Insekten Nahrung bieten. „Es ist ein System, das ineinandergreift“, sagt Hildegard Eichenauer vom BUND. Sie gehört zum Team von Freiwilligen, das beim Aktionstag die Bastel- und Gestaltungsarbeiten an der Schule betreut. „Ohne die Insekten haben die Vögel nicht ausreichend Futter, ebenso wie andere Tiere.“ Insektenhotels sollen außerdem auch Wildbienen, die wichtige Bestäuber in der Natur sind, Unterschlupf bieten und als Nisthilfen dienen.

In der Aula der Realschule konnten Schüler in mehreren Experimenten beobachten, wie beispielsweise Wasserstoff als Energiequelle genutzt werden kann. An einem kleinen Modell demonstrierte Physiklehrer Josef Elixmann den Schülern unter anderem, wie Windenergie in einer Batterie gespeichert wird. Schüler hatten außerdem im Vorfeld mit keimenden Pflanzen die Auswirkungen vom künstlich erzeugten und vom natürlichen Treibhauseffekt untersucht.

„Das Interesse für diese Themen ist bei vielen Schülern stärker als früher“, findet der 63-Jährige. Seit 27 Jahren unterrichtet er an der Süchtelner Realschule, 15 Jahre davon das Fach Physik. „Den jungen Menschen ist bewusst, dass dieser Planet in 20 Jahren nicht mehr lebenswert sein wird, wenn wir so wie jetzt weitermachen.“

Der Aktionstag und die Beteiligung haben die Erwartungen übertroffen, sagt Konrektorin Postertz. Trotz Schulbetriebs sei es mit einigen Änderungen im Stundenplan gelungen, alle Klassen einzubinden. Auch Schulleiter Thomas Küpper ist zufrieden: „An mindestens einer der Stationen hat jeder Schüler im Laufe des Tages teilgenommen.“

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