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Freunde von Kanew schicken Hilfslieferung auf den Weg

Dülken : Kanew-Freunde schicken Hilfslieferung auf den Weg

Wenn Paul Schrömbges von seinem Besuch in der Viersener Partnerstadt Kanew spricht, verdunkelt sich sein Blick. Der Krieg in der Ukraine haabe auch Auswirkungen auf die Stadt Kanew. „Unsere Hilfe ist wichtiger denn je.

Wir wollen weiterhin individuelle Hilfe leisten und für nachhaltige Hilfe sorgen. Die wirtschaftliche Situation vor Ort ist schwierig“, sagt der erste Vorsitzende des Vereins Freunde von Kanew, der zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Uwe Zöllner die Reise angetreten hatte.

Gerade hat so ein 40-Tonner das Lager in Dülken verlassen und sich mit Hilfsgütern der unterschiedlichsten Art auf den Weg nach Kanew gemacht. „Wenn alles gut geht, kommt er Anfang nächster Woche an. Dann geht alles in unser Lager vor Ort, wo auf den Zoll gewartet werden muss, da eine Freigabe benötigt wird. Das kann dann nochmals zwei bis drei Wochen dauern“, berichtet Mohammad Faruqu Faruqui, der seit 22 Jahren die Lagerleitung in Dülken innehat. Auf dem Lkw samt Anhänger, der von einer ukrainischen Spedition gefahren wird, sind speziell gepackte Kartons für die einzelnen Einrichtungen wie die Altenstube, die Schulen und Kitas als auch den Blindenverein. Krankenhausbetten und -bettwäsche, Verbandsmaterial, Bekleidung, Pampers für Senioren und feuerwehrtechnisches Material von Atemschutz bis Schläuchen gehört unter anderem dazu.

Die Freunde von Kanew haben aber noch mehr vor. Sie wollen ein weiteres Familienzentrum mit Ärzten und Krankenschwestern ins Leben rufen, um Menschen in Kanew Arztbesuche zu ermöglichen. „Wir suchen vor Ort Räumlichkeiten, wo wir das Zentrum realisieren können“, sagt Bernd Stapels vom Verein. Aber auch im heimischen Dülken sind die Freunde von Kanew auf der Suche. Aufgrund eines Bauprojektes müssen sie in absehbarer Zeit ihr Lager räumen. Gesucht werden nun rund 300 Quadratmeter große Räumlichkeiten mit der Möglichkeit einer guten Anfahrt für Lkw.

Für eine größere Aktion sucht der Verein zudem Helfer, die mit dem Akkuschrauber umgehen können. Am Freitag, 12. Juli, ab 14 Uhr, dürfen sie die Möbel aus dem für den Abriss bestimmten Willicher Katharinen-Hospital an der Bahnstraße 28 ausbauen. „Je mehr wir sind, desto mehr schaffen wir mitzunehmen“, sagt Schrömbges, der auf viele spontane Helfer mit Akkuschraubern hofft. Generell suchen die Freunde von Kanew weitere Helfer. Der Verein nimmt in seinem Lager an der Wasserstraße/Ecke Brabanter Straße montags bis donnerstags, 7 bis 19 Uhr, und freitags 7 bis 14 Uhr, gut erhaltene Sachspenden – keine elektronischen Teile – entgegen.