Viersen: Fragebogen für die Südstadt

Viersen: Fragebogen für die Südstadt

In der südlichen Innenstadt von Viersen sind in der kommenden Woche acht Studenten unterwegs. Sie werden 1172 Haushalte befragen. Ziel es Projekts: Wie soll es dort weitergehen? Was sagen die Bewohner?

Die Idee stammt aus dem Sozialdezernat der Viersener Stadtverwaltung, die Kosten trägt die Diakonie: „Wir wollen wissen, wie die Menschen, die in der südlichen City wohnen, sich die weitere Entwicklung dort vorstellen“, erklärte gestern Uwe Peters, Leiter des Projekts bei der Diakonie, die Überlegungen. Der Diplom-Sozialarbeiter, der auch einen Lehrauftrag an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach besitzt, wird mit acht seiner Studenten die Befragung durchführen. „Die Menschen im Viertel sind für uns quasi die Fachleute. Wir möchten erfahren, was Menschen, die hier wohnen, über ihren Wohn- und Lebensbereich denken. Diese Bürger können am besten sagen, was ihnen gefällt und womit sie unzufrieden sind“, so der 51-Jährige.

Nach Aussage von Peters gibt es in dem Gebiet rund um den Gereonsplatz – ungefähr zwischen Festhalle und Freiheitsstraße sowie Josefskirche und Bahnhofstraße – 1172 Haushalte. „Insgesamt vier Teams mit jeweils zwei Personen sind dort in der kommenden Woche von montags bis freitags zwischen 10 und teilweise 19 Uhr unterwegs. Wir werden an jeder der 1172 Wohnungstüren schellen“, beschreibt der Experte den Ablauf. Stichwortartig und auf Wunsch anonym werden die Antworten aufgenommen.

Peters wird anschließend die Ergebnisse der Untersuchung auswerten und erste Tendenzen auf einer Bürgerversammlung Ende August vorstellen: „Es ist vielleicht keine Arbeit, die harten wissenschaftlichen Kriterien standhält. Doch das ist auch nicht das Ziel. Wie wollen uns mit den Menschen auseinandersetzen, gemeinsam mit ihnen Ideen entwickeln und sie vielleicht sogar für eine weitere Mitarbeit an der Zukunft ihres Viertels gewinnen.“

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Parallel dazu wird ab dem 16. September von der Diakonie ein „Stadtteilbüro Südstadt“ auf der Große Bruchstraße 6 a eingerichtet. „Wir wollen Anlaufstation sein, uns unter anderem mit Bürgergruppen treffen und gemeinsam das Projekt weiter entwickeln“, so Peters, der dort dann seinen Arbeitsplatz haben wird.

In einem zweiten Schritt wird der Diplom-Sozialarbeiter eine noch tiefere Bewertung der Bürgeraussagen durchführen. „Die Abschlussergebnisse werde ich jedem gerne zur Verfügung stellen, der sich mit der südlichen Innenstadt beschäftigt“, so der 51-Jährige. Über die weitere Entwicklung hat sich Peters ebenfalls schon Gedanken gemacht. Seine Studenten und er werden sich in einem nächsten Punkt mit den Geschäftsleuten und deren Meinungen auseinandersetzen: „Wichtig ist für unsere Arbeit allerdings eins: Wir brauchen das Vertrauen der Menschen.“ KOMMENTAR

(RP)
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