Viersen: Fotografierte Erinnerungen an schwarzen Wänden

Viersen: Fotografierte Erinnerungen an schwarzen Wänden

Barbara Heider-König aus Düsseldorf stellt ab heute in der Kunsthalle Viersen aus. Sie fängt in ihren Werken Augenblicke aus dem Leben ein

Gerade mal ein gutes Dutzend farbiger Fotografien, teils im großen, teils im kleinen Format ausgedruckt und in Stahl gerahmt, hängen an den auf Wunsch der Fotografin schwarz gestrichenen Wänden der Kunsthalle Viersen.

Ein alter Sessel macht die Wüstenaufnahme besonders. Foto: Heider-König Barbara

Es ist die Fotografin Barbara Heider-König aus Düsseldorf, die in den kommenden vier Wochen die Räume der Kunsthalle bespielt. Während ihres Modestudiums in Wuppertal, so erzählt sie, kam sie in Kontakt zur Fotokunst. Ihre ersten eigenen Bilder entstanden vor etwa zehn Jahren auf einer Reise nach Indien. Seitdem bereist Heider-König die Welt und bringt ihre fotografierten Erinnerungen an Menschen, Orte, Gebäude, Stimmungen mit nach Hause. "Fotografien anzufertigen, bedeutet für mich, Augenblicke einzufangen, Stimmungen, Emotionen und Begegnungen aus dem Leben", erklärt sie. Inspirieren lässt sie sich vom Moment.

Japan, Korea, Indien, Jordanien, Marrakesch - das sind die Stationen, von denen die in der Halle präsentierten Aufnahmen erzählen. Die Motive sind vielfältig und reichen vom alten Sessel in einer Wüstenlandschaft über eine Aluminiumskulptur, die sich über die Landschaft erhebt und einem maroden, aber kunstvoll bemalten Haus bis hin zu den modebewussten Japanerinnen. Heider-König geht ganz nah ran an ihr Motiv. Sie nimmt die Japanerinnen mit ihren witzigen Kleidungskombinationen auf den Straßen auf. Auch das Haus in Indien wirkt wie ein Porträt in Nahaufnahme. In allen Aufnahmen erreicht sie eine hohe Qualität der Darstellung.

Die Aufnahmen reizen insbesondere aufgrund der exotischen oder weit entfernten Orte, an denen sie aufgenommen wurden. So erzählen sie von der Buntheit der Länder.

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Nur hier und da scheint etwas auf, was die Fotografie besonders macht: wenn etwas außerhalb des "Normalen" entdeckt wird. Zum Beispiel der alte Stuhl oder ein kleines Gerüst aus Stahl mitten in einer Wüste. Oder auch das alte Spülbecken in einer maroden Hausecke, in die Sonnenlicht fällt. Im Kontrast zu den übrigen Fotografien geht es hier um das Unperfekte, das leicht Marode.

Da spürt man ein Rätsel, in dem nicht alles sogleich zeigend erklärt und aufgedeckt wird.

Die Ausstellung "Querschnitt" in der Kunsthalle-Viersen, Süchtelner Straße 74, wird heute, 16. Februar, 19 Uhr, eröffnet. Danach ist sie bis 11. März freitags bis sonntags, 11 bis 17 Uhr, geöffnet.

(b-r)