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Fotoausstellung mit Aha-Effekt erinnert ans alte Elmpt

Ausstellung in Niederkrüchten : Fotos erinnern ans alte Elmpt

Die erneuerte Dauerausstellung im Haus Hansen löst auch bei Alteingesessenen Aha-Effekte aus: Zu sehen ist unter anderem die legendäre Kneipe „Zur Mutti“ am Elmpter Kreuz.

Das Haus Hansen am Marktplatz gibt Einblick in die Geschichte Elmpts – und das gleich in zweifacher Hinsicht: Das malerische kleine Backsteinhaus an der Laurentiusstraße – im Volksmund „Hanse Hüsske“ getauft – ist nach der Kirche und dem ehrwürdigen Herrensitz „Haus Elmpt“ das wohl älteste Gebäude im Ortszentrum. Der Heimatkundler Karl-Heinz Achten datiert das Baujahr auf die Zeit um 1700.

Nach dem Tod der letzten Bewohner, der Geschwister Josef („Jüppke“), Martha und Tascha Hansen, Mitte der 1990er-Jahre wurde es liebevoll restauriert und wird heute vom Elmpter Klängerklub und dem Heimat- und Kulturverein Niederkrüchten für Mundartabende und gelegentliche Ausstellungen genutzt. „Dieses Haus atmet Geschichte“, bringt es Bürgermeister Kalle Wassong auf den Punkt.

Zeugnis von der Vergangenheit gibt nicht nur das Haus selbst, sondern auch eine Dauer-Fotoausstellung, die der Klängerklub nun runderneuert hat. In der Bildbearbeitung und Präsentation half dabei der Fotograf Uli Berger, bei der Finanzierung die Sparkasse Krefeld. „Wir wollen einen Einblick in die Elmpter Geschichte und das Leben in Elmpt in früheren Zeiten geben“, sagt Klängerklub-Vorsitzender Theo Coenen.

Faszinierend ist der Blick auf den in einer Collage dokumentierten Wandel des Platzes vor Haus Hansen in den letzten gut 100 Jahren. Noch um 1900 stand an der Stelle des heutigen Rathauses eine Dorfschule, an die eine Kinderbewahrschule und das Spritzenhaus der Feuerwehr angrenzten. Sein aktuelles Gesicht hat der inzwischen in „d’r Märet“ (der Markt) umbenannte Platz erst 1983 mit dem Bau des Rathauses bekommen. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung alte Gaststätten wie die Schankwirtschaft von „Wolters Wöllem“ (heute Hauptstraße 40) oder die legendäre Gaststätte „Zur Mutti“ am Elmpter Kreuz. Historische Bauernhöfe wie der abgerissene Neuenhof aus dem 17. Jahrhundert sind ebenso zu sehen wie Einblicke in die beschwerliche Feldarbeit vor rund 100 Jahren, als die Bauern mit Pferdekarren und Handpflug ihr Land bestellten. Auf einer Aufnahme von 1952 ist jenseits von Kirche und Haus Elmpt in der Ferne die neue Siedlung „Lehmkul“ zu erahnen – dazwischen nur Ackerland. Heute ist dort alles dicht bebaut. Nicht nur an dieser Stelle löst die Ausstellung selbst für Alteingesessene viele „Aha-Effekte“ aus, wie es Coenen formuliert.

Die Fotos stammen größtenteils aus dem Archiv des Heimat- und Kulturvereins, das inzwischen 15.000 Bilder umfasst, die alle digitalisiert und online einsehbar sind: www.heimatverein-niederkruechten.com.