Viersen Flughafen: Platz für acht Windräder

Viersen · Ende 2015 sollen die Briten das Flughafengelände in Elmpt verlassen und an den Bund übergeben. Die landeseigene Beratungsgesellschaft NRW Urban wird dem Gemeinderat am 23. April ein Konzept zur weiteren Nutzung vorstellen.

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Foto: dapd

Von einer "Verfestigung des Bildes" spricht Meinolf Bertelt-Glöß von der landeseigenen Beratungsgesellschaft NRW Urban im Hinblick auf die Zukunft des Elmpter Flughafengeländes. Das Unternehmen hat in den vergangenen Monaten ein Konzept für das Gelände erarbeitet. "Es bleibt wohl bei der angedachten Aufteilung in ein großes regionales Gewerbegebiet mit Schwerpunkt Logistik sowie einem augedehnten Naturschutzbereich", teilte Bertelt-Glöß mit.

Zudem soll es auf dem insgesamt rund 800 Hektar großen Areal Bauflächen für naturnahe Erholung geben. "Der bereits bestehende Golfplatz soll erhalten bleiben", kündigt der Sprecher an. "Kontroverse Diskussionen" habe es während der Konzepterstellung um den Bau von Windrädern gegeben. Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2020 die Zahl der Windkraftanlagen deutlich erhöhen. NRW Urban stellte fest, dass sich entlang der Start- und Landebahn "durchaus Möglichkeiten" für den Bau von sieben bis acht Windrädern bieten würden. Windhäufigkeit und Windintensität seien dafür ausreichend. Für den Bau gebe es zudem bereits zahlreiche Interessenten, so Bertelt-Glöß.

Die NEW-Tochter NEW Re hatte bereits im vergangenen Jahr eine Arbeitsgemeinschaft mit sechs weiteren regionalen Energieversorgern gebildet, um Projekte zu erneuerbaren Energien in Elmpt realisieren zu können — unter anderem mit der Nettetaler ReEnergie Niederrhein. "Wir sind auch weiterhin sehr interessiert daran, sowohl in Windräder als auch in Photovoltaik und Biogasanlagen zu investieren", sagte NEW-Pressesprecherin Christina Achtnich.

Eine genaue Biotop-Kartierung des Geländes liegt laut Kreispressesprecher Benedikt Giesbers beim Landesumweltministerium vor. Sie müsste in die weiteren Planungen und die genaue Festlegung der Windrad-Standorte einbezogen werden. "Die Frage ist, wie sich die zum Teil seltenen Tierarten, die ihren Lebensraum entlang der Landebahn haben, mit dem Bau von Windrädern vertragen würden", sagte Bertelt-Glöß.

Ein weiterer Aspekt, der geprüft werden muss, sind etwaige Altlasten im Boden des Geländes. Die Untersuchungen des Kreises zu diesem Thema dauern noch an. "Die Untersuchung wird in mehreren Etappen durchgeführt. Wir werden erst Ende 2014 eine flächendeckende Aussage machen können", teilte Benedikt Giesbers mit. Die Briten seien allerdings schon dabei, an einigen Stellen von ihnen verursachte Kerosinschäden durch eine Bodensanierung zu beseitigen.

Am 23. April wird NRW Urban ihr Konzept im Niederkrüchtener Rat präsentieren. Bertelt-Glöß erhofft sich Zustimmung für seine Arbeit. Da die Fraktionen schon in die vorbereitenden Perspektivwerkstätten eingebunden waren, wäre eine ablehnende Haltung allerdings eine Überraschung.

Ziel aller Beteiligten ist es, spätestens bis zum Abzug der Briten konkrete Pläne und Rechte zu haben, um mit der Bebauung beginnen zu können. "Ein Leerstand des Geländes wäre sehr ungünstig, denn diese Riesenfläche ist nicht vernünftig zu überwachen", sagt Bertelt-Glöß.

(RP)