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Finale des Bandcontests Young Talents in Viersen

Bandcontest in Viersen : Jazzband gewinnt Young Talents

Vier Bands, die sich in den Vorrunden qualifiziert hatten, traten in der Festhalle in Viersen gegeneinander an. Bereits zum 13. Mal fand der Bandwettbewerb statt.

Pünktlich um 20 Uhr gingen in der Festhalle die Lichter an. Die Jury des Viersener Bandcontests Young Talents betrat die Festhallenbühne: Musikjournalist Dieter Mai, die beiden Musiker Wolfgang Kemmerling und Michael Stockschläger sowie Mitveranstalter Mario Scheer von der Jugendfreizeiteinrichtung „Ett Café“ nahmen die vier Final-Bands in diesem Jahr genau unter die Lupe und bewerteten neben Aspekten wie Gesang und instrumentelles Können auch das Zusammenspiel, die Originalität und die Kompositionen. Fünfte Stimme war wie immer das Publikum, das mit den Stimmzetteln ihren Favoriten unterstützen konnte. Nachdem die Bands gespielt, die Jury beraten und die Stimmzettel ausgezählt waren, stand der Gewinner des Abends fest: Die Jazzband „Molass“ darf im Juli am Hohen Busch beim Festival „Eier mit Speck“ auftreten.

Publikumsliebling war wohl die erste Band des Abends, „Abgrundhoch“. Hier tummelten sich die angereisten Fans genauso wie Unterstützer anderer Gruppen vorne an der Festhallenbühne, um mit den vier Jungs um Leadsänger Yannick zu feiern und mitzusingen. Besonders beim Song „Danke“ erklangen zahlreiche Stimmen und verwandelten den Zuschauerraum in eine Art Background-Chor. Neben deutschen Stücken singt Abgrundhoch auch englische Texte. „Am Anfang unserer Band gab es schon einige Ideen und sogar fertige Lieder auf Deutsch und Englisch, deswegen wollten wir uns nicht beschränken. So sind wir zu beiden Sprachen gekommen“, erklärt Schlagzeuger Jonas. Ihre Musik beschreiben die aus dem Kreis Viersen stammenden Musiker als Alternative Rock und Punkrock.

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Mit „Wellness Club“ ging eine der beiden Gewinner-Bands aus der dritten Vorrunde an den Start. Mit im Gepäck hatte die Deutsch-Punk- Band einen neuen Song. Mit „Gutes Bier“ lieferten Sänger und Bassist Marco, Gitarrist Thomas und Schlagzeuger Kolja eine Lobeshymne auf das Viersener Bier „Lohbusch Bräu“, das die Musiker beim Wettbewerb kennengelernt hatten. Für einen Lacher sorgten sie mit ihrem Sponsoren-Deal, den sie den Machern des Bieres anboten: Werbeshirts, die sie bei ihren Auftritten tragen, gegen einen Kasten Bier pro Woche. Thematisch passte das Angebot in jedem Fall zu den Texten der Jungs, da sie über ihren Lieblingssport Fußball, ihre Wahlheimat Bochum und auch über ihre Liebe zu Bier schreiben.

Die dritte Band war nicht unbekannt: „Bakali“ war bereits 2018 ins Finale eingezogen und wollte diesmal statt der Silber- die Goldmedaille mit nach Hause nehmen. Nachdem die Musiker nach der Vorrunde das Glück auf ihrer Seite hatten und aufgrund einer Bandabsage nachgerückt waren, legten sie mit ihrem Deutsch-Rock-Pop eine gute Show hin und scheuten sich mit ihrem Song „Du“ auch nicht vor ruhigen Tönen. Bassist Thomas und Gitarristin Pia lobten besonders die Organisation des Contests: „Wir waren echt geflasht nach der Vorrunde. Young Talents ist wirklich besonders. Egal, was wir brauchten, man hat sich total um uns gekümmert. Auch auf so einer Bühne spielen zu können, konnten wir erst gar nicht glauben“, sagte Gitarristin Pia.

Mit der Jazzband Molass ging ein eher ungewöhnliches Genre bei Young Talents an den Start. Weitere Einflüsse der Band sind Neo-Soul sowie Pop- und Funkelemente. Gleich drei neue Stücke brachten die Kölner mit nach Viersen. Neben „Orange“ spielten sie „Matches in my brain“. Dabei geht es um Chaos, eben Matsch im Kopf, wenn mal nichts zusammenpassen will. Glücklicher dagegen war der „Maracuja Kiss“, der von Maracuja-Eis und Küssen handelt. Da ihr Genre für den Contest eher ausgefallen war, versuchten die vier einfach ihr Ding zu machen, erklärte Sängerin Marissa. Und das hat geklappt.

Veranstalter Markus Heines gab die Ergebnisse bekannt, Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) überreichte die Urkunden und Preise. Auf dem vierten Platz landete der Wellness Club, Publikumsliebling Abgrundhoch folgte auf Platz drei. Wieder mit einer Silbermedaille ging Bakali nach Hause.