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Viersen: Festival-Familie feiert

Viersen : Festival-Familie feiert

Mit einem neuen Besucherrekord ging gestern das Viersener Eier mit Speck-Festival zu Ende. Tausende feierten ein friedliches Rockfest am Hohen Busch. Auch das Wetter spielte schließlich mit.

"Was für ein schönes Festival, das ist nicht so riesig und die Leute sind so gut drauf." — "Ja, irgendwie richtig familiär!" Der zufällig mitgehörte Dialog des jungen Paares, das bei einem kurzen Regenschauer Schutz unter der Markise am großen Mischpult sucht, bringt es auf den Punkt.

Die beiden sind Zeugen einer spontanen Gemeinschaftsaktion von Fans und Veranstaltern, die zeigt, dass hier in Viersen eine ganz besondere Atmosphäre herrscht: Nach einem ausgelassenen Matsch-Tanz auf der aufgeweichten Wiese packen die Schlamm bedeckten Besucher beherzt mit an, als Festival-Mitorganisator Tappi beginnt, großflächig Stroh auf dem Boden zu verteilen.

Das familiäre Flair des "EmS" hat sich mittlerweile bundesweit herumgesprochen, wie die Autokennzeichen auf dem Parkplatz belegen. Von Itzehohe bis Freiburg ist alles vertreten. Studentin Julia aus Düsseldorf erklärt, was sie und ihre Kommilitoninnen in die niederrheinische Provinz verschlagen hat: "Die großen Festivals sind völlig überteuert, Mega-Events wie z. B. Rock am Ring durchkommerzialisiert und unpersönlich. Außerdem haben sie hier in Viersen ein ,Näschen' für Newcomer. Wir hoffen, dass wir demnächst zu unseren Freunden sagen können: ,Die Band Soundso, die haben wir damals schon beim EmS gesehen, kurz bevor sie richtig berühmt wurde.'"

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Zum Glück für Bands und Fans wurde das Wetter im Laufe der drei Festivaltage zusehends besser. Hatten die Veranstalter und Helfer in der Aufbau-Woche noch mit teils sintflutartigen Regenfällen zu kämpfen, gab es ab Festival-Beginn am Freitag nur noch vereinzelte Regengüsse. Gestern schien dann endlich die Sonne.

Mit-Veranstalterin Saori König zeigte sich gestern auch zufrieden: "Wir sind glücklich, dass das Wetter so gut mitgespielt hat." Ihre erste Bilanz: "Die Bands, auch die mit großem Namen, sind absolut ,pflegeleicht', da gibt es keinerlei Allüren backstage. Auch dem Publikum möchten wir ein Riesen-Lob aussprechen: Obwohl wir unseren Besucherrekord vom Vorjahr nochmals steigern konnten — am Samstag waren 3000 Leute vor der Bühne — gab es keine nennenswerten Zwischenfälle. Wir freuen uns sehr, dass die Leute nicht zum Kampftrinken und Randalieren kommen, sondern, um die Musik und die Atmosphäre zu genießen."

(RP)