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Viersen: FDP ist uneins über Kandidat für Bürgermeisterwahl

Viersen : FDP ist uneins über Kandidat für Bürgermeisterwahl

Offene Worte sprach Dr. Frank a Campo, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes Viersen, beim traditionellen Dreikönigstreffen der Partei aus. Er bezeichnete die Kommunalwahl des vergangenen Jahres ganz klar als "Schlappe".

Der Verlust zweier Ratsmandate traf die Partei schmerzlich. Umso mehr hob a Campo die Wahlbezirke hervor, in denen die Parteimitglieder Erfolge verbuchen konnten. Mit konsequenter und überzeugender Arbeit vor Ort wolle man das Jahr 2015 bestreiten, betonte a Campo. Für die Schwäche der FDP machte der Viersener die Bundespartei mitverantwortlich, wobei laut seiner Aussage "Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist".

Das neue Leitbild der FDP, das auf dem Dreikönigstreffen in Stuttgart vorgestellt wurde und das neue Perspektiven und Wege zeigt, gibt Mut für die Zukunft und soll auch in Viersen Thema sein. Die Umgestaltung der Schullandschaft und der Südstadt wird die FDP in der Kreisstadt weiter beschäftigen. Migrantenkinder gut integrieren, die sichere Schulweggestaltung für die Schüler der Realschule an der Josefskirche - die Liste an Aufgaben ist lang.

In Sachen Aufstellung eines eigenen Bürgermeisterkandidaten hielt sich die FDP bedeckt. "Ein eigener Kandidat markiert Präsenz. Auf der anderen Seite kann man einen Kandidaten unterstützen und die Verwirklichung eigener Ziele einfordern", sagte a Campo. Es gebe noch keine Tendenz in eine der beiden Richtungen, fügte er an. Wichtig ist der FDP im Hinblick auf die Bürgermeisterwahl im September, dass die Partei keine kostspieligen Wahlversprechen machen oder unterstützen will.

"Wer immer ins Rathaus zieht, muss wissen, dass die Haushaltskonsolidierung unumgänglich ist. Die Zukunft Viersens darf nicht verpasst werden. Haushaltssicherung ist Zukunftssicherung", sagte der Vorsitzende.

Die FDP sieht die Lösung allerdings nicht darin, dass den Bürgern tiefer in die Tasche gegriffen wird. Um einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, setzt die FDP auf Aus- und Aufgabenkritik und Wirtschaftsförderung. Die Haushaltskonsolidierung kann nach Aussage der FDP nur gelingen, wenn die kommunalen Aufwendungen entsprechend durch Bund und Land unterstützt werden. Wenn Aufgaben an die Kommunen delegiert würden, wie es bei der Asylbewerberversorgung oder beim Kinderbildungsgesetz (Kibiz) der Fall sei, müsse auch eine entsprechende Unterstützung erfolgen.

Auch die Zuwanderungspolitik war Thema in a Campos Ansprache. Die FDP beziehe klar Stellung gegen die Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Religion. Auf der anderen Seite will die FDP die Ängste der Menschen ernst nehmen, die die Zuwanderung mit Sorgen betrachten. "Wenn wir es nicht tun, überlassen wir sie den Rechten und machen diese stark", hob a Campo hervor und übernahm die Worte des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner und bezog sich auf Weltoffenheit, individuelle und wirtschaftliche Freiheit sowie Toleranz in der Gesellschaft.

(tref)