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Familie Rölkes hat ein Herz und eine Garage für Schwalben

Naturschutz in Niederkrüchten : Ein Herz für brütende Schwalben

Familie Rölkes bietet in ihrer Garage jedes Jahr Schwalben einen Nistplatz. regelmäßig kommen die kleinen Vögel dorthin zum Brüten. Warum dieses Engagement wichtig ist.

In der Garage der Familie Rölkes zwitschert und flattert es: Dort sind die Schwalben unterwegs. Insgesamt hat die Familie aus Niederkrüchten-Gützenrath fünf Schwalbennester in ihrer Garage untergebracht. „Seit 25 Jahren nisten die Schwalben bei uns. Meine Eltern haben immer gesagt, dass das Entfernen der Schwalbennester Pech bringt. Sobald ich die erste Schwalbe sehe, bereite ich die Garage vor“, erklärt Andre Rölkes.

Für dieses Engagement gab es jetzt eine Plakette: Jürgen Richterich, Ansprechpartner der Nabu-Gruppe Niederkrüchten und Schwalmtal, überreicht der Familie  die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ und eine Urkunde. Früher waren Schwalbennester in Dörfern, Siedlungen und auf Bauernhöfen selbstverständlich. Heute fehlen den kleinen Vögeln Nistmöglichkeiten. Der Bestand geht seit Jahren flächendeckend zurück. „In Städten verschwinden Nester zum Beispiel durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, häufig werden sie auch unbewusst beseitigt“, erklärt Richterich. „Auch auf den Bauernhöfen fehlt den Schwalben durch verschlossene Viehställe und Scheunen die Einflugmöglichkeit.“ Weitere Problem seien betonierte Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze. „Deshalb finden die Schwalben immer seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau“, schildert der Naturschützer.

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Anders im Garten von  Familie Rölkes: Er ist ein Paradies für Schwalben, dort finden sie genügend Material zum Nestbau. „Wir haben uns an die Schwalben gewöhnt und freuen uns jedes Jahr auf die Brutzeit“, erzählt Rita Rölkes. „Die Schwalben brüten zweimal im Jahr bei uns in der Garage: einmal im April und einmal im August. Bislang haben sie noch kein Jahr ausgelassen.“

Wer Schwalben anlocken möchte, kann an der Hausfassade eine Nestgrundlage oder Kunstnester in etwa 2.5 Meter Höhe und 15 Zentimeter Breite anbringen. Die Exkremente der Schwalben können mit einem kleinen Kotbrett unter dem Nest aufgefangen werden. Oder man macht es wie Familie Rölkes: „Zur Schwalbenzeit decken wir alles in der Garage mit einer Plane ab“, erklären sie.

Einen Dank für den Brutplatz gibt es auch: „Nachdem die Schwalben gebrütet haben, drehen sie gemeinsam mit ihren Jungen eine Runde durch unser Wohnzimmer“, erzählen Andre und Rita Rölkes.

Info Mit einem kurzen Schreiben kann sich jeder, der Brutplätze für Schwalben bieten, beim Nabu bewerben.