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Familie Janssen aus Brüggen erhält Heimatpreis für Online-Radio

Heimatpreis Brüggen : Zum Schützenfest am Radio aufgerufen

Was als Idee im ersten Lockdown begann, hat sich zu einem beliebten Angebot entwickelt: das Programm von Familie Janssen. Tim, Maren und Nick machen freitags von 20 bis 24 Uhr Radio. Und werden jetzt dafür belohnt.

Von der Idee zur Ausführung dauerte es nur 24 Stunden – aber das Projekt, das IGL-Webradio, von Tim, Maren und Nick Janssen aus Bracht hält seit gut eineinhalb Jahren. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Nun hat das IGL-Webradio eine besondere Ehrung erfahren und den dritten Platz des Heimatpreises gewonnen. Am 16. Dezember werden die Preise übergeben.

Die Idee ist aus dem Lockdown geboren. Tim Janssen (52), seine Frau Maren sowie der gemeinsame Sohn Nick (14) litten wie alle anderen Menschen unter den sozialen Beschränkungen des ersten Lockdowns. Und sie überlegten: „Was gibt es für Alternativen?“ Sie wussten: Den Nachbarn am Holtschneider Weg ging es ähnlich. Doch wie konnte man sicher in Verbindung bleiben?

Ihre Idee: Wir bauen ein kleines Internetradio auf. Tim Janssen blickt auf 25 Jahre DJ-Erfahrungen zurück, kennt sich  mit Moderation, Musik und Technik aus. 24 Stunden nach der Idee gab es die erste Sendung für eingeladene Nachbarschaftsgäste. Die folgende Woche wurde genutzt, so Janssen, um das Projekt technisch und inhaltlich auf solide Beine zu stellen. Er moderiert, während Frau und  Sohn im Hintergrund arbeiten. Freitags und samstags wurde gesendet, sonntags gab es eine Kinderdisco.

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Was mit Musik und dem Erfüllen von Musikwünschen begonnen hatte, wurde immer mehr zu einer Plattform für Information. Wo gibt es während des Lockdowns Außer-Haus-Service? Wie geht es den Gewerbetreibenden? Gastwirte und Einzelhändler kamen zu Wort. Auch politische Aufklärung, etwa während der Kommunalwahl, stand auf dem Programm. „Wir wollten uns breit aufstellen und möglichst interessant bleiben“, erklärt Janssen.

Nach dem Lockdown dachte Familie Janssen, nun könne sie das Webradio „einstampfen“ – aber nein: Die ständig wachsende Zuhörerzahl ermutigte sie, weiter zu machen. „Wir wollen ja auch gute Laune und Optimismus vermitteln“, sagt der 52-Jährige.

Woran er sich gern erinnert: Während des  Schützenfestes, das wegen der Pandemie nicht wie sonst gefeiert werden durfte, forderte das IGL-Webradio alle Schützen auf, sich in Uniform und Festkleidung ans Radio zu setzen, zu feiern, zur Radiomusik im eigenen Garten zu tanzen und das Ganze zu fotografieren. Eine Fülle von lustigen Bildern sei  eingetroffen.

Und das Preisgeld von 1000 Euro? „Das wird auf jeden Fall eingesetzt, um das Radio am Leben zu erhalten“, sagen die Radiomacher. Mittlerweile wird freitags von 20 bis 24 Uhr vom Holtschneider Weg aus gesendet. Wer reinhören möchte: igl-radio.de.

Sigrid Blomen-Radermacher