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Erste Geflüchtete aus Ukraine sind im Kreis Viersen angekommen

Ankunft im Kreis Viersen : Erste Geflüchtete aus der Ukraine sind da

Die Bürgermeister und der Landrat trafen sich am Mittwoch, um die Hilfe zu koordinieren. Gesucht wird noch Wohnraum für weitere Kriegsflüchtlinge. Die erste Stadt hat schon eine Telefon-Hotline eingerichtet.

Eine Woche nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine sind die ersten Kriegsflüchtlinge im Kreis Viersen eingetroffen. Das teilte der Kreis am Mittwoch mit. Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Flüchtlingsströme trafen sich der Landrat, der Kreisdirektor sowie die Bürgermeisterin und Bürgermeister der Städte und Gemeinden, um zu klären, wie die Hilfe koordiniert werden soll.

„Wir im Kreis Viersen stehen zusammen und helfen den Vertriebenen, die Hilfe bei uns suchen. Bereits in den letzten Tagen sind wir aktiv geworden, haben uns intensiv besprochen und koordinieren nun unsere Angebote kreisweit“, sagte Landrat Andreas Coenen (CDU). „Unsere Priorität ist es nun, den Vertriebenen Schutz, Fürsorge und eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen.“ Um anstehende Herausforderungen zu bewältigen, stimmen sich der Kreis und die Gemeinden regelmäßig ab.

Für die Aufnahme der Vertriebenen stehen in den einzelnen Kommunen bereits Unterkünfte zur Verfügung. Auf kommunaler Ebene sind die Städte und Gemeinden Ansprechpartner und beantworten Fragen, wenn Bürger etwa private Unterkünfte zur Verfügung stellen wollen. Weitere Angebote sollen in den nächsten Tagen konkretisiert werden.

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„Die Hilfsbereitschaft der Menschen im Kreis Viersen beeindruckt uns sehr“, sagte der Sprecher der Bürgermeister, Karl-Heinz Wassong (parteilos). „Es zeigt, dass wir in Krisen als Europäer zusammenhalten und füreinander einstehen.“

Wie viele Flüchtlinge in den Kreis Viersen kommen, hängt nicht zuletzt vom Status ab. Eine Entscheidung darüber vom Bund steht noch aus. Sollten die Menschen beispielsweise den Status als Asylbewerber erhalten, würden sie nach einem bestimmten Schlüssel auf die Städte und Gemeinden verteilt. Die Stadt Viersen würde in dem Fall keine Flüchtlinge zugewiesen bekommen, weil sie aktuell die Quote übererfüllt. Und: Anders als 2015, als zahlreiche Menschen vor dem Krieg in Syrien flohen, werden viele Flüchtlinge zumindest vorerst bei Verwandten unterkommen. Ina Prümen-Schmitz, Fachbereichsleiterin Wohnen und Soziales der Stadt Nettetal, erklärt: „Wir rechnen vor allem mit Frauen, Kindern und auch älteren Menschen, die in Kürze eintreffen und teilweise von Familien und Freunden aufgenommen werden, teilweise aber eine Versorgung und Wohnraum benötigen.“

 Die Stadt Nettetal bereite sich aktuell vor, die Menschen aufzunehmen und für das Notwendige zu sorgen, wenn nötig auch medizinische Hilfe. Derzeit wird laut Prümen-Schmitz vorgesorgt, Betten und Hausrat beschafft und Zimmer vorbereitet. Rechtliche Fragen und Vorgaben würden in Videoschalten mit dem Städtetag sowie dem Ministerium für Familie, Kultur und Integration abgestimmt. Ähnliche Vorkehrungen laufen auch in den anderen Städten und Gemeinden im Kreis.

 Die Hilfsbereitschaft und die Angebote der Bevölkerung seien großartig, heißt es aus dem Rathaus. Auch die Wohlfahrtsorganisationen und Kirchen böten Hilfen an. Gemeinschaftsunterkünfte müssen, zusätzlich zu den vorhandenen, schnell hergerichtet werden. Wer Wohnraum anbieten und helfen möchte, den Kriegsflüchtlingen in Nettetal Unterkunft zu bieten, soll sich gerne per E-Mail an ukrainehilfe@nettetal.de oder telefonisch unter 02153 8985959 an die Hotline des Sozialamtes der Stadt Nettetal wenden. In Viersen soll es bald einen eigenen Koordinator für die Hilfe geben.