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Erste Chorprobe des Rockchors 60+ in Viersen nach zehn Wochen

Rockchor 60+ in Viersen : Erste Chorprobe nach zehn Wochen

Die Mitglieder des Rockchors 60+ gehören zur Risikogruppe. Jetzt gab’s auf dem Außengelände der Music Academy Viersen die erste Chorprobe. Dabei flossen nicht nur bei der Chorleiterin Tränen der Freude.

„Hallo ihr Lieben! Ich freue mich so unglaublich...“ Weiter kommt Andrea Kaiser nicht. Der Chorleiterin vom Rockchor 60+ schallt ein donnernder Applaus mit Begeisterungsrufen entgegen. Die 40 Frauen und Männer, die sich auf den weit auseinander stehenden Klappstühlen auf dem Außengelände der Music Academy Viersen eingefunden haben, springen auf und bringen mit Klatschen und Rufen ihre Freude über die erste gemeinsame Probe nach der Corona Zwangspause zum Ausdruck. Nicht nur bei der Chorleiterin schimmern Tränchen in den Augen.

Die Begeisterung, endlich wieder zusammen proben zu dürfen, [Link auf https://rp-online.de/app/newsletter/]ist jedem einzelnen anzusehen. „Es ist einfach nur schön. Das gemeinsame Singen hat mir so gefehlt“, sagt Bärbel Strogies. Die Sängerin spricht das aus, was alle empfinden.

Als mit Beginn der Corona-Krise die wöchentlichen Proben des Chores in der Music Academy nicht mehr stattfinden durften, bat Chorleiterin Kaiser ein Online-Angebot an. „Ich habe eigens an einer online Fortbildung teilgenommen, um die Möglichkeiten und Methoden zu erlernen, die man als Chorleiterin hat, um einen Chor ohne Treffen weiter zu leiten“, berichtet Kaiser. Über Zoom bat sie zu der üblichen Chorprobezeit am Mittwochabend eine Online-Variante an. Die Voraussetzung für die Teilnehmer: ein PC, Laptop oder Tablet mit Kamera und die entsprechende Software. Ein gemeinsames Singen war es aber nicht. Vielmehr hörte jeder nur die Stimme der Chorleiterin und sang quasi mit ihr. Kaiser konnte mit ihren Schülern an Tönen weiterarbeiten und Texte zum Lernen vorgeben. Eine Notüberbrückung, die alle besser als nichts empfanden.

„Als die ersten Lockerungen in Sachen der Corona-Schutzbestimmungen eintrafen, haben wir uns an das Ordnungsamt gewandt und geschaut, was möglich ist“, sagt Klaudia Raths, Filialleitung der Music Academy Viersen. Das Ordnungsamt genehmigte ein gemeinschaftliches Singen im Außenbereich mit einer vorgegebenen verkleinerten Teilnehmerzahl unter Berücksichtigung weiterer Schutzmaßnahmen. Der insgesamt aus 85 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor musste zum ersten gemeinschaftlichen Singen in zwei Schichten antreten.

Zwei Meter stehen Klappstühle auseinander, die mit S für Sopran, A für Alt und M für Männer markiert sind. Eine kleine, provisorisch angelegte Bühne mit Technik, Lautsprechern und Keyboard für die Chorleiterin und ein durch rot-weiße Absperrbänder gekennzeichneter Eingang, der mit einer Händedesinfektionsstation ausgerüstet ist. Disziplinierte Sänger, die sich mit Sicherheitsabstand sowie Mund-Nasen-Abdeckung herzlich mittels Winken begrüßen und Stück für Stück nach der Händedesinfektion und dem Abhaken auf der Teilnehmerliste auf einen Sitzplatz zwischen den beiden alten Backsteingebäuden begeben.

Mit den üblichen Stimm- und Rhythmusübungen startet das Einsingen, wobei die Mund-Nasen-Bedeckungen abgezogen werden dürfen. „Die Akustik ist hier anders. Singt euch nicht kaputt, sondern singt so, dass es für euch angenehm ist“, sagt Kaiser. Schon bei den ersten Übungen herrscht eine Atmosphäre, die von Begeisterung getragen wird. Mit „Another brick in the wall“ startet das erste gemeinsame Lied. Der Pink-Floyd-Song schallt, über die Außenfläche. Die Stimmung ist gigantisch und kaum das der letzte Ton verklungen ist, jubeln 40 Sänger samt Chorleiterin.

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