Ernte-Aktion für Baumpaten an der Obstbaumallee in Viersen-Dülken

Ernte in Viersen : Das Obst ist reif — jetzt wird geerntet

Günter Wessels vom Naturschutzbund lädt die Paten der Dülkener Obstbaumallee zu einer gemeinsamen Ernte-Aktion ein. Wer Äpfel und Quitten nicht selbst behalten möchte, kann sie spenden: Aus dem Obst soll Dülkener Saft gepresst werden, der in Drei-Liter-Kanistern abgefüllt wird. Wessels hofft auch aus Apfel-Spenden aus der Nachbarschaft.

Die Quitten sind reif, die meisten Äpfel sehen zum Anbeißen aus: Höchste Zeit, dass die Dülkener an der Baumallee am Wohngebiet Burgacker eine Menge Obst von den Ästen pflücken. „Außerdem müssen wir das Fallobst vom Boden aufsammeln, es lockt so viele Wespen an“, sagt Günter Wessels vom Naturschutzbund (Nabu), der die 2012 angelegte Allee pflegt. In diesem Jahr lädt er zum ersten Mal die Paten, die einst die Bäume mitfinanziert haben, zu einer gemeinsamen Ernte-Aktion ein. Der Termin: Freitag, 13. September, 14 bis 17 Uhr. Wessels hofft, dass dabei 500 Kilogramm Obst zusammenkommen – um das Ziel zu erreichen, ist er aber auch auf zusätzliche Apfel- oder Quitten-Spenden aus der Nachbarschaft angewiesen. Aus dem geernteten Obst, das die Pflücker nicht selbst behalten wollen, möchte er einen Dülkener Apfel-Quitten-Saft pressen lassen.

Vor allem eine Dülkener Bürgerinitiative und der Nabu hatten sich 2012 dafür eingesetzt, dass der Wirtschaftsweg zwischen Eintrachtstraße und Ransberg zur Obstbaumallee umgestaltet wird. Sponsoren gaben Geld dazu, private Baumpaten, die auch mitpflanzten, je 50 Euro: „Jetzt stehen hier 112 Bäume“, erzählt Wessels. In diesem Jahr sei der Obstertrag zum ersten Mal so gut, dass sich eine gemeinsame Ernte-Aktion lohne, ergänzt er. Auch, wenn Hitze und Dürre einigen Pflanzen schwer zugesetzt haben. „Die Mirabelle hat das Wachstum eingestellt“, gibt Wessels ein Beispiel. Nabu und Stadt hatten vor ein paar Wochen Bewässerungsaktionen organisiert, an denen sich Privatleute beteiligten, um noch größeren Schaden abzuwenden. „Das war toll, wir konnten jedem Baum etwa 100 Liter geben“, erzählt Wessels. Er selbst gieße immer noch regelmäßig, mit seinem 750-Liter-Behälter komme er aber nicht sonderlich weit: „Ich muss mich auf die Bäume konzentrieren, die es am dringendsten nötig haben.“

Auch viele Äpfel an der Obstbaumallee sind mittlerweile reif. Foto: Nadine Fischer

Kirschen, Quitten, Pflaumen und Mispeln gedeihen auf dem städtischen Landstück, dazu Äpfel verschiedener Sorten – zum Beispiel „Schöner von Elmpt“, „Rheinischer Bohnapfel“, Cox Orange“, „Sternrenette“ oder „Elstar“. „An ein paar Bäumen haben Leute schon versucht zu ernten, leider sehr unkontrolliert“, sagt Wessels. Dabei sei so stark an Ästen gerupft worden, dass diese abknickten. „Deshalb organisieren wir vom Nabu jetzt ganz kontrolliert die Ernte-Aktion.“ Das sei erst mal ein Testlauf, „um zu sehen, wie das funktioniert, ob überhaupt jemand kommt“.

Die Baumpaten und ihre Helfer können ihre Ernte selbst behalten, sie komplett oder einen Teil davon dem Nabu spenden. „Wir brauchen mindestens 500 Kilogramm Äpfel und Quitten, damit es sich lohnt, daraus Saft pressen zu lassen“, erklärt Wessels. Wer viel Obst spende, bekomme später zum Dank einen Kanister: 500 Kilogramm Obst könnten zu 300 Liter Saft verarbeitet werden, abgefüllt in Drei-Liter-Kanister. Die sollen „bei Veranstaltungen in der Stadt als Dülkener Saft angepriesen werden“, sagt Wessels. „Der Erlös fließt in den Erhalt der Obstbaumallee.“

Löcher neben einigen Stämmen weisen auf Wühlmäuse hin. . Foto: Nadine Fischer

Mit dem Geld könnte der Nabu zum Beispiel neue Bäume kaufen, denn das war in den vergangenen Jahren immer wieder mal notwendig. „Von den 112 Bäumen habe ich schon 40 ausgetauscht“, sagt Wessels. „Wühlmäuse hatten die Wurzeln total abgenagt.“ Gemeinsam mit Vertretern der Stadt stehe demnächst ein Treffen an, „wir müssen an einem Konzept arbeiten, um die Wühlmäuse zu bekämpfen“. Zwischen Mai und Oktober würden Wühlmäuse vier Mal bis zu neun Junge werfen, „bei passendem Gelände fallen die Tiere dann über Baumwurzeln her, das ist eine richtige Plage“, sagt Wessels. „Deshalb können wir das so nicht gutheißen.“ Ein Lösungsansatz, den er vorschlägt: Das Gras sollte immer kurz gehalten werden, damit Greifvögel freie Sicht auf die Mäuse haben.

Das Nabu-Mitglied hat noch weitere Pläne für die Dülkener Obstbaumallee: Er möchte Baumpatenschilder an den Stämmen anbringen lassen. Auf Wunsch werden darauf die Namen der Paten vermerkt, wichtiger ist aber, dass darauf Informationen zum Baum angegeben sind: „Damit künftig alle Leute wissen, welche Sorte das ist.“

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