Ermittlungspanne im Campingplatz-Mord verzögert Urteil

Niederkrüchten : Ermittlungspanne bei Campingplatz-Mord

Die Handys von drei Angeklagten wurden nicht ausgelesen – das wird nachgeholt und verzögert den Prozess.

Überraschende Wendung im Prozess um den Campingplatz-Mord: Statt der für Donnerstag erwarteten Plädoyers vor dem Landgericht Mönchengladbach gab es seitens der Kammer beziehungsweise der Staatsanwaltschaft die Information, dass die Beweisaufnahme noch nicht geschlossen werden könne. Grund ist eine Ermittlungspanne: Nur durch Zufall, weil eine Verteidigerin das Handy ihres Mandanten freigeben lassen wollte, habe sich herausgestellt, dass bislang nicht alle Mobiltelefone der Angeklagten ausgelesen wurden. Einzige Ausnahme ist das Smartphone der wegen Mordes an ihrem Lebensgefährten angeklagte Ramona K. (52); ausgetauschte Nachrichten zwischen ihr und ihrem Sohn, dem mitangeklagten Adriano K. (21), wurden auch bereits ausgewertet.

Polizisten durchsuchen den Campingplatz in Niederkrüchten. Eine Neusserin ist angeklagt, ihren Lebensgefährten dort ermordet zu haben. Foto: Jungmann, Günter (gju)

Nachdem nun alle sechs Handys ausgelesen worden seien, habe sich herausgestellt, dass die Handyspeicher der drei wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagten Männer laut Staatsanwaltschaft „umfangreich gelöscht wurden“. Unter ihnen sind zwei Mönchengladbacher. Nun werden die Mobiltelefone an eine Spezialfirma in München geschickt. Dort soll versucht werden, diese Daten, darunter Handyfotos, wiederherzustellen. Anschließend werde das Landeskriminalamt die Daten überprüfen, um etwaige prozessrelevante Informationen zu erlangen und der Kammer zu übermitteln. Dies alles werde einige Wochen dauern, so dass sich der Prozess bis Januar 2019 hinziehen dürfte.

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