Umweltausschuss: Entsorger will Viersens Müllgebühren revolutionieren

Umweltausschuss : Entsorger will Viersens Müllgebühren revolutionieren

Die NEW Umwelt würde gern auf die Volumenmessung verzichten — und auch kleinere Tonnen bereitstellen

Nach mehr als 20 Jahren könnte sich das System der Müllgebührenberechnung in Viersen mittelfristig stark verändern. Der Entsorger NEW Umwelt GmbH möchte ab dem Jahr 2022 auf die sogenannte Volumenmessung verzichten; auch die Stadtverwaltung sieht Vorteile. Zum einen für die Bürger, weil die Volumenmessung nicht ganz billig ist. Zum anderen für die Umwelt: Beim Hausmüll liegen die Viersener Bürger über dem Bundesdurchschnitt. Beim Haus- und Sperrmüll kommt jeder Viersener im Schnitt auf 230 Kilogramm. Das Pro-Kopf-Aufkommen in Deutschland liegt bei 188 Kilogramm. Neue Anreize sollen dafür sorgen, dass die Viersener Müll vermeiden. Im Klartext: Wer mehr Müll hat, soll auch mehr bezahlen. Und wer weniger Müll verursacht, soll stärker entlastet werden.

„Veridat ist verhältnismäßig teuer in der Erstinstallation und zudem wartungs- und instandhaltungsintensiv“, erklärt die frühere Technische Beigeordnete Beatrice Kamper. „Dies ist für viele Entsorger ein Hemmnis zur Teilnahme an einer zwingend zeitlich zu befristenden Vertragsdauer bei Ausschreibung von Entsorgungsleistungen.“ Auch die Monopolstellung des Anbieters sei bedenklich. Vor allem aber helfe die Volumenmessung augenscheinlich nicht bei der Müllvermeidung.

Künftig soll der anfallende Abfall schlicht anhand von Behältergröße und Leerungshäufigkeit gemessen werden. So machen es andere Kommunen schon länger. Und: Neben der 120-Liter-Tonne und der 240-Liter-Tonne soll es in Viersen künftig auch kleinere Tonnen geben. In anderen NRW-Kommunen können sich Haushalte für eine 60-Liter-Restmülltonne mit zweiwöchiger Abholung entscheiden – und haben entsprechend geringe Müllgebühren. Eine weitere Idee: Identifikationschips für 1100-Liter-Container von Mehrfamilienhäusern, so dass der Abfall dem Verursacher zugeordnet werden kann. Am Donnerstag, 6. September, sollen die Ideen zum neuen Müllgebühren-System im Umweltausschuss vorgestellt werden. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Forum am Rathausmarkt.

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