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Brüggen: Energiezentrum eröffnet

Brüggen : Energiezentrum eröffnet

Mit dem Bau des Energiezentrums in Brüggen will die Gemeinde ihren CO2-Ausstoß von 275 auf 92 Tonnen pro Jahr reduzieren. Schulzentrum, Rathaus, Feuerwehr und Bauhof sind schon angeschlossen, die Mehrzweckhalle folgt.

Gemeinsam mit Bürgermeister Gerhard Gottwald drückte Regierungspräsidentin Anne Lütkes den großen Knopf, um das neue Heizhaus auf dem Gelände des Brüggener Bauhofs in Betrieb zu setzen. Für die öffentlichen Gebäude ist das neue Energiezentrum der wichtigste Baustein im Energiekonzept der Gemeinde, nun wurde das Haus mit einer kleinen Feier eröffnet. Dass die Technik funktioniert, war deutlich zu hören, als just in dem Moment, in dem Lütkes und Gottwald den Knopf drückten, auch der Einschub von Holzhackschnitzeln in den 8500 Kilogramm schweren Kessel erfolgte.

Der Kessel hat eine Leistung von 650 Kilowatt und liefert rund 70 Prozent des Jahresbedarfs an Wärme für die bereits angeschlossenen Gebäude in Brüggen. Das Lager für die Hackschnitzel umfasst 200 Schüttraummeter. "Besser Holz aus unseren Wäldern als Erdgas aus Sibirien", bemerkte Gottwald.

550 Hektar Gemeindewald

Die Idee, ein Energiezentrum zu bauen, kam mit der Planung für die Mehrzweckhalle auf, mit deren Bau im kommenden Jahr begonnen werden soll. Dafür musste ein Konzept her, um die Halle mit Energie zu versorgen. "Wir gehören mit einem Waldanteil von 48 Prozent des insgesamt 61 Quadratkilometer großen Gemeindegebiets zu den waldreichsten Gemeinden in der Region", berichtete Gottwald. So bot sich eine Holzhackschnitzelanlage in. Allein der Gemeindewald hat eine Gesamtfläche von 550 Hektar. "Die Idee der Energiegewinnung aus unserem eigenen, nachhaltig nachwachsenden Rohstoff Holz zog sich wie ein roter Faden durch das Wärmeversorgungsgutachten und durch die geprüften Konzeptvarianten", erläuterte Gottwald. Geplant ist, künftig nicht nur die Mehrzweckhalle mit Energie zu versorgen, sondern auch das Schulzentrum, das Rathaus, die Feuerwehr und den Bauhof. Diese Gebäude sollen bereits in der jetzigen Heizperiode von der weitgehend CO2-neutralen Quelle profitieren. Gottwald betonte: "Wir reduzieren damit den CO2-Ausstoß von bisher 275 Tonnen pro Jahr auf 92 Tonnen."

Für die Gemeinde stellte der Bau des Energiezentrums eine der größten Maßnahmen der vergangenen Jahre dar — sowohl finanziell als auch logistisch. 1,5 Millionen Euro beträgt das Investitionsvolumen für Energiezentrum, Wärmeleitungsnetz und Forstbetriebshof mit Hackschnitzelproduktions- und Photovoltaikanlagen. "Das wird zu etwa einem Drittel aus dem Konjunkturpaket II finanziert", erläuterte Gottwald. Wann sich die Investition amortisiert, hängt auch von der Entwicklung der Energiepreise ab. In etwa 15 Jahren sollte sich die Anlage gerechnet haben. Regierungspräsidentin Anne Lütkes war vom Konzept begeistert: "Beispielhaft", lobte sie. Und: "Wir können daraus lernen."

(off)