1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen

Viersen: Eltern schickten kiffenden Sohn zur Polizei

Viersen : Eltern schickten kiffenden Sohn zur Polizei

Einem 29-jährigen Maschinenführer wirft die Staatsanwaltschaft vor, er habe eine zum Teil minderjährige Jugendclique aus Viersensener mit Marihuana und Haschisch beliefert zu haben. Gewerbsmäßiger Drogenhandel in 54 Fällen beschäftigt in Mönchengladbach das Schöffengericht. Der 29-Jährige, der sich im Juli eine zweijährige Freiheitsstrafe wegen eines Drogendelikts eingehandelt hat, beteuert seine Unschuld.

Ein 19-Jähriger Dülkener hatte den Mann bei der Polizei als Lieferanten beschuldigt. Die Eltern hatten den kiffenden Sohn zur Wache geschickt. Der 19-Jährige nannte Namen und andere Einzelheiten. Gestern mussten die Viersener ihre belastenden Aussagen vor Gericht machen. Offenbar verängstigt, vermieden die Jugendlichen jeden Blickkontakt mit dem Mann auf der Anklagebank. Erst als der Richter einen Schüler und einen Lehrling zur Wahrheit ermahnte und ihnen ihre Aussagen bei der Polizei vorhielt, gaben beide kleinlaut zu: „Ja, wir haben oft bei dem Angeklagten Marihuana und Haschisch gekauft.“ Die Clique bildete eine Einkaufsgemeinschaft für den Drogenkauf. Der Dealer habe sich per Handy aus Brüggen gemeldet und sei dann nach Viersen gekommen. An wechselnden Treffpunkten sei der Stoff übergeben worden.

Der Dülkener, der als erster zur Polizei gegangen war, erinnerte sich auch an ein Drogengeschäft im Wohnzimmer des Angeklagten. „Dort lagen viele Drogen herum, mindestens 20 bis 30 Päckchen“ , so der 19-Jährige, den ein 16-Jähriger begleitet hatte. Der Angeklagte blieb bei seiner Version: „Alles erlogen“.

Das Schöffengericht setzt den Prozess mit weiteren Zeugen fort.

(RP)