Kreis Viersen: Eiserner Rhein wird elektrifiziert

Kreis Viersen : Eiserner Rhein wird elektrifiziert

Ein Teilstück des Eisernen Rheins soll in Belgien elektrifiziert werden. Der staatliche Netzbetrieb Infrabel hat dies bekanntgegeben. Es handelt sich um den Abschnitt Herentals bis Mol. Die Bahnlinie hatte Antwerpen mit dem Ruhrgebiet verbunden, war aber 1991 von der Deutschen Bahn wegen fehlender Wirtschaftlichkeit aufgegeben worden.

Seitdem gibt es auf belgischer Seite ständig Wiederbelebungsversuche, die die Niederländer ablehnen. Auf deutscher Seite gibt es unterschiedliche Meinungen. Auf dem belgischen Teilstück fahren aktuell fast ausschließlich Personenzüge bis Neerpelt, auf einer erneuerten Gleisstrecke fahren auch Güterzüge bis Weert in niederländisch Limburg. Beobachter werten die Elektrifizierung als ein politisches Signal. Ursprünglich waren Pläne zur Modernisierung der eingleisigen Strecke schon Mitte der 1980er-Jahre gefasst worden, verschwanden aber in der Schublade. Infrabel hat mittlerweile die Vorbereitungen zur Elektrifizierung abgeschlossen. Ab 2014 sollen elektrische Lokomotiven eingesetzt werden können. Es gibt aber bereits Kritik auch in Belgien. Von Dieselloks betriebene Züge verbinden durchgehend Neerpelt und Antwerpen. Nach der Elektrifizierung des Teilstücks bis Mol werden Fahrgäste vermutlich dort umsteigen müssen.

In Eisenbahnforen wird spekuliert, dass Infrabel den zweigleisigen Ausbau auf der Strecke plant. Zweifler halten das für übertrieben. Der belgische Staat müsste einige hundert Millionen Euro in das Projekt stecken — Geld, das er angesichts der Euro-Krise und eigener Haushaltsprobleme kaum hat. Und der Ausbau macht nur Sinn, wenn es eine Garantie für eine durchgehende Fahrtstrecke gibt — und die gibt niemand.

(RP)
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