Viersen Eine Schule will überleben

Viersen · Wird die Astrid-Lindgren-Grundschule doch nicht aufgelöst? Die Schulkonferenz hat sich an den Bürgermeister gewandt. Gleichzeitig wird in einem Bürgerantrag Rederecht für die nächste Schulausschussitzung gefordert.

Wird der Rat das von ihm selbst beschlossene Paket der Zusammenlegung der Katholischen Grundschule St. Notburga und der Astrid-Lindgren-Gemeinschaftsgrundschule wieder aufschnüren? Das fordert zumindest die Schulkonferenz der Astrid-Lindgren-Grundschule. Sie wehrt sich vehement gegen die Verschmelzung der beiden Schulen am gemeinsamen Standort Regentenstraße 43. Die Angst von Eltern, Schülern und Lehrern: Mit der Neugründung einer gemeinsamen Schule an der Regentenstraße könnte die heutige Dependance der Astrid-Lindgren-Schule an der Krefelder Straße geschlossen werden.

Der Knackpunkt der Auseinandersetzung: Wie lange wird es noch Grundschulunterricht am Standort Krefelder Straße geben? Mehrfach war diese Frage in der Vergangenheit vor allem von der CDU an Schuldezernent Dr. Paul Schrömbges gerichtet worden. Und: Kann die Standortsicherheit der Dependance bei der Bezirksregierung unbefristet immer wieder verlängert werden? In einem Schreiben an Bürgermeister Günter Thönnessen betont die Schulkonferenz der Astrid-Lindgren-Schule, dass Dezernent Schrömbges gerade zu diesem Punkt in der Schulausschusssitzung am 4. März mehrfach mit "ja" geantwortet habe. Nach Meinung der Unterzeichner soll diese Aussage aber "nicht mit der aktuellen Gesetzeslage" übereinstimmen.

Parallel hat jetzt eine Betroffene bei Bürgermeister Thönnessen einen Bürgerantrag für die nächste Schulausschusssitzung gestellt und um Redezeit gebeten. Derzeitiges Ziel ist es, einen Beschluss im Schulausschuss zu erreichen, durch den die "Astrid-Lindgren-Gemeinschaftsgrundschule in ihrer jetzigen Form" erhalten bleibt, "damit der Teilstandort Krefelder Straße nach drei bis fünf Jahren nicht geschlossen wird".

Gleichzeitig erinnern die betroffenen Eltern auch Bürgermeister Thönnessen an seine eigenen Aussagen und die der Entwicklungsgesellschaft der Stadt Viersen, die seit Jahren mit der Schule an der Krefelder Straße für das benachbarte Neubaugebiet am Nordkanal wirbt. "Ich habe mich bei der Wahl des künftigen Schulstandorts für meine Kinder auf die Aussage des Bürgermeisters verlassen", so ein Vater gestern gegenüber der Rheinischen Post. "Jetzt erwarte ich von meinem Bürgermeister, dass er sein Wort hält."

Anfang nächster Woche wird sich Bürgermeister Thönnessen mit Vertreten der Schulkonferenz der Astrid-Lindgren-Schule an einen Tisch setzen. Gleichzeitig wird der Bürgerantrag in die Beratungsunterlagen für den Schulausschuss aufgenommen. Nach Informationen der Rheinischen Post soll in der Verwaltung derzeit daran gearbeitet werden, den Standort Krefelder Straße auch als Dependance der neuen gemeinsamen Grundschule an Regentenstraße längerfristig zu sichern. Eine Überlegung: die Zusage einer dauerhaften Vierzügigkeit. Die könnte allein in den Räumen an der Regentenstraße nicht untergebracht werden.

(RP)
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