Eine Machbarkeitsstudie soll Grefrath der Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 näher bringen

Kreis Viersen : Nur ein Bewerber für Landesgartenschau

Eine Machbarkeitsstudie soll Grefrath der Bewerbung für die Landesgartenschau 2026 näher bringen. Dass die Kommunen im Kreis Viersen gemeinsam antreten, ist vom Tisch. Sie sollen als Nebenschauplätze eingebunden werden.

Die Gemeinde Gref­rath hat die größten Chancen, die Landesgartenschau 2026 in den Kreis Viersen zu holen – davon ist Tourismusberater Christian Rast überzeugt. Im Auftrag der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises hat er mit Landschaftsarchitekt Clas Scheele aus Köln untersucht, welche Kommune sich als Austragungsort am besten eignen würde oder ob sich besser keine bewerben sollte. Das Ergebnis präsentierte er am Donnerstag acht der neun Bürgermeister – nur Michael Pesch (CDU) aus Schwalmtal war verhindert. Und die machten deutlich, dass sie die Entscheidung gemeinsam mittragen. „Ich sehe das grundsätzlich als eine Sache an, die für den ganzen Kreis einen positiven Effekt hat“, sagte Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz (parteilos).

Grefrath war schon einmal Standort einer Landesgartenschau: Vor 49 Jahren richtete die Gemeinde die erste in Deutschland aus. 2018 verständigten sich die Bürgermeister der Kommunen im Kreis mit Landrat Andreas Coenen (CDU) darauf, die Schau erneut an den Niederrhein holen zu wollen. Nur die Stadt Willich signalisierte bereits, nicht mitziehen zu wollen. In einem ersten Schritt besuchten Rast und Scheele vor einigen Wochen die übrigen acht Kommunen. Zuletzt nahmen sie sechs Varianten für eine Bewerbung in die engere Wahl: je eine, in der Nettetal, Kempen und Grefrath alleine ins Rennen gehen würde, zwei Doppelbewerbungen mit Grefrath und Kempen sowie Grefrath und Viersen, außerdem eine, in der Grefrath als Ankerpunkt einer Landesgartenschau im Kreis Viersen antreten soll. Letzteres war die Variante, die Rast nun vorschlug. Mit Eissportzentrum und Freilichtmuseum sei Grefrath ein Erholungs- und Freizeitstandort, der eine überregionale Bedeutung habe.

Die anderen Kommunen könnten aber eingebunden werden. So könnte etwa auf Ausstellungsflächen im Bereich des Schwingbodenparks, der 1970 für die erste Landesgartenschau angelegt worden war, für ähnliche Projekte in der Region geworben werden. Das soll dazu führen, dass Besucher zum Beispiel nach der Landesgartenschau oder an einem anderen Tag noch einen Abstecher in Naherholungsgebiete in Nettetal oder Brüggen machen.

Im nächsten Schritt werden Rast und Scheele für die Wirtschaftsförderung eine Machbarkeitsstudie erstellen – es sei denn, Grefrath möchte bis November 2021 gar keine Bewerbung abgeben. „Wir haben da nicht mit gerechnet, dass wir für den Kreis die Ankergemeinde werden“, sagte Grefraths Bürgermeister. „Ich werde dieses Vorkonzept jetzt erst mal ohne Kommentierung dem Rat zur Verfügung stellen“, ergänzte Lommetz. Er gehe davon aus, dass sich der Rat positiv mit dem Vorschlag auseinandersetzt.

Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen (CDU) betonte, die Bürgermeister seien sich vorher einig gewesen: „Wenn jemand ins Rennen gehen soll, dann soll er das mit unserer Unterstützung tun.“ Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) sieht „den besonderen Reiz“ nun darin, dass für die Landesgartenschau das Radwege- und das Radschnellwegenetz ausgebaut werden könnten. Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (CDU) wies darauf hin, eine Landesgartenschau „Grefrath plus oder Grefrath mit Sternchen“ müsse dann auch schlüssig sein. Rasts Vorschlag aus der Studie, die Krickenbecker Seen in Nettetal einzubinden, „wäre jetzt zum Beispiel nicht unser Vorschlag“.

Auch, weil eine Einzelbewerbung üblicher ist, hatten sich die Macher der Studie gegen eine kreisweite Bewerbung entschieden. Indem die anderen Kommunen einbezogen werden, wird die Bewerbung innovativer. „Ich finde diesen Ansatz, dass es nicht nur klassisch einer ist und die anderen sind raus, charmant“, sagte Landrat Coenen. Sein Ziel sei, eine nachhaltige Landesgartenschau in den Kreis zu holen. „Diese Chance sehe ich als groß an.“

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