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Viersen: Eine Ausstellung besonderer Werke in der Galerie Klimczak

Viersen : Eine Ausstellung besonderer Werke in der Galerie Klimczak

Bis Februar werden düstere bis sarkastische, herausfordernde bis seltsame Arbeiten verschiedener Künstler in Viersen präsentiert

Galerist Rainer Klimczak zeigt über den Jahreswechsel eine sogenannte "Accrochage". Dies bedeutet nichts anderes, als dass er neue Arbeiten aus seinem eigenen Bestand präsentiert, Arbeiten, die er erst kürzlich erworben und noch nicht gezeigt hat. Arbeiten von lange nicht gesehenen Künstlern sind ebenso darunter wie die "alter Bekannter". Es ist eine bunte Mischung aus Heiterem, Banalem, nachdenklich Stimmendem, die sich dem Besucher über die beiden Etagen der Galerie darbietet.

Da hängen die düsteren, rätselhaften, leicht verschwommenen Bilder des israelischen Malers Ruven Levav, der in seinen Acrylbildern Geschichten andeutet, ohne sie zu Ende zu erzählen, neben banal anmutenden Materialcollagen des niederländischen Künstlers Anna Bonheur. Er entwickelt aus Barbiepuppen, Plastikrosen und Plastiktieren sowie unterschiedlichen Verpackungsmaterialien verstörende Szenarien.

Verblüffend sind die Arbeiten von Fritz Köthe, dem 2005 verstorbenen Berliner Künstler. Da nützt auch zweimal Hinsehen nicht viel: Die Arbeit sieht wie eine Collage aus, ist aber keine. Mit malerischer Finesse gelingt es Köthe, das Auge zu täuschen, wenn er abgerissenes Papier malt, unter dem Augen, Nasen zum Vorschein kommen.

Von Ottmar Hörl steuert Klimczak eine überdimensionale Rosenknospe aus Kunststoff bei, die den "echten" Rosen geradezu Hohn spricht. Csilla Kudor verweist mit der Grafik "Vor den Schweinen" auf eine unersättliche Konsumgesellschaft: Fünf Schweine, deren Häute die Insignien von Designerfirmen tragen, fressen Austern.

Acht Wochen vor Ausstellungseröffnung erschien eine Vorzugsausgabe von Mel Ramos als Zugabe zu einem neu herausgegebenen Werkverzeichnis. Zu sehen sind Ikonen der Pop Art: eine Tomatensuppendose in Warhol'scher Art sowie eine aufreizende nackte Frau.

Von Günther Zins ist eine interessante Würfelarbeit zu entdecken, in der Zins mit dem masselosen Volumen und dem Ineinandergreifen von Würfeln spielt.

Der 2010 verstorbene Martin Noel ist mit den sogenannten Postkarten vertreten. Auf dem kleinen Postkartenformat von 15 x 11 Zentimeter entstehen abstrakte Farblandschaften über dem ursprünglichen, nicht mehr sichtbaren Motiv.

In der bunten Accrochage sind außerdem noch Arbeiten von Katharina Dietlinger, Alex Katz, Roy Lichtenstein, Tom Slaughter, Tom Wesselmann, Leo Erb dabei.

Die Ausstellung in der Galerie Klimczak, Oberstraße 2, ist bis 18. Februar (dienstags bis freitags 12 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 14 Uhr) geöffnet.

(b-r)