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Kreis Viersen: Einbußen durch Schmuddelwetter

Kreis Viersen : Einbußen durch Schmuddelwetter

Die Unternehmer im Grenzland, die ihr Geld hauptsächlich während der Sommersaison verdienen, leiden unter dem schlechten Wetter. Sie geben die Hoffnung auf Sonnenschein nicht auf – rechnen aber mit Einnahmeverlusten.

Die Unternehmer im Grenzland, die ihr Geld hauptsächlich während der Sommersaison verdienen, leiden unter dem schlechten Wetter. Sie geben die Hoffnung auf Sonnenschein nicht auf — rechnen aber mit Einnahmeverlusten.

Dieser Sommer ist eine Katastrophe. Das zumindest sagen die Unternehmer im Grenzland, die auf gutes Wetter angewiesen sind. Sie betreiben ein Geschäft, bei dem sie vor allem bei Sonnenschein viel Geld einnehmen: eine Eisdiele oder einen Tierpark, einen Minigolfplatz oder ein Strandbad. Diese vier Anbieter klagen über den schlechten Sommer.

Die Eisdiele Oskar Zalivani, Betreiber der gleichnamigen Eisdiele in der Kaldenkirchener Fußgängerzone, hat schon viele solcher verregneten Sommer erlebt. "Wir sind schon seit 43 Jahren hier", sagt er. "Solche Sommer gibt es immer wieder." Damit müsse man sich eben abfinden, wenn man sich für Deutschland entschieden habe. "Natürlich haben wir aber besseres Wetter erwartet." Sobald die Sonne scheint, ist sein Laden rappelvoll. "Aber wir haben Umsatzeinbußen von 15 bis 20 Prozent", schätzt er.

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Der Tierpark Helga Kerren vom Brüggener Natur- und Tierpark schätzt den Rückgang der Besucherzahlen ebenfalls auf bis zu 20 Prozent. "Das ist extrem", sagt sie. Besonders die Schulklassen und Kindergartengruppen, die vor den Ferien aufgrund des Regenwetters abgesagt haben, hätten dem Geschäft zu schaffen gemacht. "So etwas können wir nicht auffangen."

Sie würde gerne für das kommende Jahr ein bisschen umbauen — am Gehege oder den Spielgeräten. "Aber wenn es so weitergeht, dann können wir uns das nicht leisten." Schließlich ginge es vor, Nahrung für die Tiere zu kaufen und keinen der 47 Mitarbeiter zu entlassen.

Der Minigolfplatz Tino Mocken, der die Anlage am Hariksee betreibt, kann sich an kein so schlechtes Jahr erinnern wie 2012. "Wir sind immer vom Wetter abhängig", sagt er. "Ein so schlechtes Frühjahr und einen bis jetzt so katastrophalen Sommer hatten wir in den vergangenen zehn Jahren nicht." Im Vergleich zum Vorjahr spricht er von einem Besucherrückgang zwischen 40 und 50 Prozent. "Einen Zeitraum wie das Frühjahr oder die Sommerferien holen wir nicht mehr auf."

Das Strandbad Daniela Röbers vom Strandbad Heidweiher zwischen Amern und Born weiß um ihren Standort-Nachteil bei schlechtem Wetter. "Wir liegen mitten im Wald — da kommt bei Sturm und Regen kein Mensch zu uns", sagt sie. An lediglich acht Tagen war das Schwimmbad neben dem Biergarten geöffnet.

"Diesen Sommer können wir komplett vergessen", sagt sie. Erst bei mindestens 20 Grad könne man das Bad öffnen. Zumal erst dann genügend Schwimmer kommen, sodass sich auch der Einsatz des Bademeisters rechnet. Komplett schließen will sie das Bad nicht. "Das wäre eine Schande."

Was die Unternehmer neben ihren Einbußen eint, ist die Hoffnung auf besseres Wetter. "Vielleicht wird der Herbst ja ein goldener", sagen sie. Dann könne man zumindest in dieser Jahreszeit mehr verdienen als in den Jahren zuvor. Absehen können sie das aber nicht — weswegen sie in ihrer Jahresbilanz 2012 mit Einnahmeverlusten rechnen.

(RP/ac)