Ein Tourismus-Konzept für den Westkreis

Brüggen, Schwalmtal, Niederkrüchten : Tourismus-Konzept für den Westkreis

Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten wollen etwas Neues versuchen: ein gemeinsames Tourismuskonzept. Die Vorbereitungen dazu haben begonnen, eine Agentur hat den Auftrag bekommen. Im Mai soll sie Ergebnisse vorstellen.

Es klingt ein wenig widersprüchlich, wenn auch nur im ersten Moment: Die drei Westkreiskommunen wollen ihr eigenes Profil als Reiseziel schärfen. Und gleichzeitig ein gemeinsames Tourismuskonzept umsetzen. Die Vorbereitungen dazu haben jetzt begonnen, erläutert Sebastian Moritz, Manager für die Vitalregion: „Die Bezirksregierung hat einen Zuschuss in Höhe von rund 37.600 Euro bewilligt.“ Der Auftrag wurde an die Kölner Agentur „Ift Freizeit- und Tourismusberatung GmbH“ gegeben. Ursprünglich sollte das Konzept bereits im März vorliegen. Laut Moritz wird es aber bis Mai dauern.

In der Vitalregion sind die drei Kommunen Brüggen, Schwalmtal und Niederkrüchten zusammengeschlossen. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert über die Bezirksregierung noch bis zum Jahr 2023 unterschiedliche Projekte, um den ländlichen Raum zu stärken.

In Niederkrüchten hat Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) bereits einige Ideen in der Schublade, um die Gemeinde für Touristen, aber auch für Menschen aus der Umgebung attraktiver zu machen. „Ein Thema, das alle drei Kommunen betrifft, ist die Ausschilderung der Wanderparkplätze“, nennt Wassong ein Beispiel. Diese könne optimiert werden. So werde für den Hariksee nur der Wanderparkplatz in Niederkrüchten-Brempt gut ausgeschildert.

Wassong will besonders Pferdebesitzer in den Blick nehmen. Dazu gehört die Entwicklung eines grenzüberschreitenden Reitwegs. Bisher sei dies nicht einfach, weil Reiter beim Übertritt von den Niederlanden nach Deutschland ebenso Geld bezahlen müssten wie beim Ritt vom Kreis Viersen in den Kreis Heinsberg. Nach dem Vorbild der Wanderknotenpunkte stellt sich Wassong ein System aus Reitknotenpunkten vor. Was ebenfalls besser beworben werden könnte, seien die zehn, nach Wassongs Aussage modern ausgestatteten Campingplätze in Niederkrüchten.

Bereits im Sommer 2018 hatten sich Vertreter aus Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal bei einem interkommunalen Workshop getroffen, um Fördermöglichkeiten für die Vitalregion und passende Projektideen zu diskutieren. Laut Sebastian Moritz sei eine zentrale Erkenntnis dieses Workshops gewesen, dass im touristischen Segment zwar zahlreiche Berührungspunkte und geteilte Interessen vorliegen, bislang jedoch keine klare touristische Ausrichtung innerhalb der Vitalregion erkennbar sei. Dies sollte geändert werden durch ein neues, gemeinsames Tourismuskonzept, bei dem sich die drei Kommunen aber auch mit ihren jeweiligen Profilen wiederfänden.

Auch in Brüggen gibt es einige Ideen, um neue Zielgruppen zu erreichen: So will die Burggemeinde 2020 in den Pauschaltourismus einsteigen, ihren Ruf als beliebte Hochzeitslocatuon ausbauen. Neue Impulse verspricht sich Bürgermeister Frank Gellen (CDU) von der Eröffnung des „Be me“-Hotels, geplant für April 2020, und den Bau des Best-Western-Hotels am Westring, das Ostern 2021 fertig sein soll.

Auch in der Gemeinde Schwalmtal hat man sich einige Gedanken gemacht. „Wir verbinden natürlich große Hoffnungen mit den Pläne für die Kent-School“, erklärt Thomas Höpfner vom Fachbereich 2. Dort will ein Investor unter anderem zwei Hotels, Gastronomie und Häuser für die Mitarbeiter errichten. „Natürlich gibt es auch jetzt schon Übernachtungsmöglichkeiten in Schwalmtal“, so Höpfner. Aber durch ein solches Resort würden sich für die Gemeinde vollkommen neue Möglichkeiten bieten. Entwicklungspotenziale sieht Höpfner auch für die örtliche Gastronomie. Ebenso wäre ein Ausbau von Rad- und Wanderwegen sinnvoll. Aber: „Wir gehen ergebnisoffen in die Workshops.“

Entwickelt werden soll das neue Konzept aus unterschiedlichen Bausteinen: Dazu gehören Interviews mit Experten in den drei Kommunen, aber auch mit Vertretern der Vitalregion und von Niederrheintourismus. In einem Workshop sollen die Ansätze diskutiert werden.