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Viersen: Ein Team fürs Sportabzeichen

Viersen : Ein Team fürs Sportabzeichen

Laufen, Schwimmen, Radfahren – elf Herren aus dem Ompert nehmen es mit dem Deutschen Sportabzeichen auf. Ein Jahr lang haben sie nun Zeit, um fit zu werden. Noch sind sie bei der ersten Etappe: Kondition aufbauen.

Laufen, Schwimmen, Radfahren — elf Herren aus dem Ompert nehmen es mit dem Deutschen Sportabzeichen auf. Ein Jahr lang haben sie nun Zeit, um fit zu werden. Noch sind sie bei der ersten Etappe: Kondition aufbauen.

Die Stoppuhr läuft, doch der Berg ist noch hoch. Karl-Heinz Derix überholt den Tross der Herren. "Unser Jungspund", schnauft Herbert Stevens und blickt zum Horizont. Die Anhöhe scheint noch in weiter Entfernung. Doch der 62-Jährige beißt die Zähne zusammen, winkelt die Arme an und steigert sein Tempo. Karl-Heinz Derix ist inzwischen oben angekommen. Nach und nach trudeln zehn weitere Herren auf dem Feldweg am Ompert ein. Kurze Pause. Insgesamt 5,2 Kilometer wollen die elf Herren heute laufen — immer wieder den kleinen Berg hoch und runter.

Feiern, reisen, Sport treiben

Das Ziel haben sie dabei fest im Blick. Nein, nicht nur die Hügelspitze, sondern das Deutsche Sportabzeichen. Die Herren aus dem Ompert möchten gemeinsam das Sportabzeichen ablegen. Die Idee dazu kam bei einem geselligen Abend. "Normalerweise machen wir immer was Gemütliches zusammen — das ist das erste Mal, dass es bei uns sportlich zugeht", erklärt Martin Wetzels, der bisher mit Sport nur wenig zu tun hatte. Bisher beschränkten sich die nachbarschaftlichen Aktivitäten auf Feiern und Reisen — also Schützenfest, Ompertfeste und Städtetrips.

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Als die Herren ein Geschenk für Klaus Steffes-Mies suchten, der am Albertus-Magnus-Gymnasium als Sportlehrer in den Ruhestand ging, war die Idee bei Uli Mangold schnell da: "Wir wussten, der braucht weiterhin Leute zum Drillen — also beschäftigen wir ihn weiter als Trainer für uns", erklärt Hubert Michiels-Corsten. Ein Trainingsvertrag regelt nun die wöchentlichen Drill-Einheiten. Sechs Einheiten sind inzwischen gemeistert und alle Herren aus dem Ompert noch dabei. Doch für das Deutsche Sportabzeichen muss schon mehr Schweiß fließen.

Power-Yoga, Joggen und Radfahren stehen unter der Woche noch zusätzlich auf dem Plan. "Der wöchentliche Termin verhindert nur den Verfall — und man ist durch die Gruppe motivierter weiter zu machen", sagt der Trainer und Sportlehrer Steffes-Mies. "Man merkt jetzt schon die Fortschritte — in der Gemeinschaft macht das sogar noch großen Spaß", sagt Winfried Bohnen und ergänzt augenzwinkernd: "Wobei ich selten lache, wenn ich hier den Berg hoch muss."

Die Männerrunde vom Omperter Weg besteht seit Jahren. "Durch unsere Kinder haben wir uns kennengelernt — jetzt sind die Kinder aus dem Haus und wir müssen uns miteinander beschäftigen", sagt Jürgen Huppertz. Auch das Königstrio vom kommenden Jahr ist mit von der Partie. "Wir machen nächstes Jahr bei der Parade den Stechschritt den Berg hoch, wenn wir dann alle so fit sind", scherzt Hans-Josef Windeck.

(RP)