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Viersen: Ein Supermarkt für den Floriansplatz

Viersen : Ein Supermarkt für den Floriansplatz

Der Lebensmittelmarkt im Ortskern von Süchteln kommt. Baudezernent Gerd Zenses hat nun die Pläne für den Umbau des Floriansplatzes vorgestellt. Der Markt soll verhindern, dass Süchtelns Einzelhandel ausstirbt.

Wenn einem Süchtelner Weihnachten 2016 auffällt, dass ihm die Zutaten zum Plätzchenbacken fehlen, kann er sie vielleicht in einem neuen Supermarkt am Sankt-Florian-Platz kaufen. Baudezernent Gerd Zenses hat im Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung am Dienstagabend vorgestellt, wie der Platz in Zukunft aussehen könnte: Die Feuerwache soll abgerissen und ein Neubau errichtet werden. Dieser soll einen Lebensmittelmarkt beherbergen, eine Bäckerei und einen Metzger. In einer zweiten Etage werde es Platz für Büros geben.

Seit Jahren bemüht sich die Stadtverwaltung, den Floriansplatz umzubauen. Schon 2007 hieß es, die Feuerwache solle einem Discounter weichen. Die Verwaltung verkaufte das Grundstück, auf dem die Feuerwache steht, für zwei Millionen Euro an einen Investor. Doch dann wurde es ruhig. Am Dienstag erklärte Zenses, dass die Verwaltung nun einen Bebauungsplan aufstellen will. Der Dezernent rechnet damit, dass der Neubau der Feuerwache an der Grefrather Straße 2014 im kommenden Jahr beginnen könnte. Wenn die Wache fertig sei, könnte das alte Gebäude abgerissen werden. 2016 würde mit dem Bau für den Lebensmittelmarkt begonnen, hofft Zenses.

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Zu früh kommt er keinesfalls. Noch Mitte der 1990er Jahre hatte es mehrere Supermärkte in Süchteln gegeben, doch sie sind längst verschwunden. Seit Schlecker und Ihr Platz geschlossen haben, fehlt im Ort ein Drogeriemarkt. Auch eine Parfümerie, einen Buchladen und ein Sportgeschäft gibt es nicht mehr. Die Verwaltung erkennt in Süchteln "deutlichen Handlungsbedarf". In der vergangenen Woche hatte sie im Ausschuss für Wirtschaftsförderung vorgestellt, wie sich der Einzelhandel 2012 in den Stadtteilen entwickelt hat.

Während in Alt-Viersen der Umsatz stieg, ging er in Dülken und Süchteln zurück — und das, obwohl die Kaufkraft jedes Süchtelners für den Einzelhandel mit 5618 Euro pro Jahr um 300 Euro höher ist als die des durchschnittlichen Alt-Vierseners (in Dülken liegt sie bei 5493 Euro). Doch weil Geschäfte fehlen, kaufen die Süchtelner oft woanders ein.

Der Leiter der Viersener Stadtentwicklung, Jochen Kral, sagte im Ausschuss am Dienstag, dass Magnetbetriebe dem Süchtelner Einzelhandel auf die Sprünge helfen könnten. Diese würden Menschen in den Ort locken, die dann auch in anderen Läden einkaufen. "Für das Zentrum von Süchteln ist charakteristisch, dass diese Magnetbetriebe fehlen." Ein solcher Magnet könne der Supermarkt sein.

Zenses erklärte im Stadtentwicklungsausschuss, dass die Verwaltung weiterhin gemeinsam mit einem Investor das neue Gebäude am Floriansplatz plant. Der Platz gehöre zum zentralen Versorgungsbereich von Süchteln. Er soll über eine neue Straße von Hochstraße und Westring aus angefahren werden können, ein Kundenparkplatz werde gebaut.

Die Ortsbürgermeisterin von Süchteln, Margret Maier, begrüßt den neuen Lebensmittelmarkt. Sie befürchtet, dass der Netto an der Hochstraße irgendwann schließen werde, weil er sehr klein ist. Dann gäbe es in der Innenstadt keinen Supermarkt mehr. "Die Bevölkerung wird älter", sagt Maier. "Viele Ältere wohnen im Ortskern. Sie möchten selbst einkaufen können. Dazu brauchen sie einen Vollsortimenter." FRAGE DES TAGES

(RP/rl)