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Brüggen: Ein Seelsorger macht Urlaub in Brüggen

Brüggen : Ein Seelsorger macht Urlaub in Brüggen

Pfarrer Anto Dominkoviæ ist zur Urlaubsvertretung von Pfarrer Frank Schürkens in Brüggen. In der Gemeinde erhält er viel Unterstützung.

Seit Brüggens Pfarrer Frank Schürkens in Urlaub ist, hat Anto Dominkoviæ die Vertretung übernommen. Der aus Bosnien-Herzegowina stammende Pastor feiert nun die Messen in Brüggen, Bracht und Born, und kümmert sich auch um alles weitere. In Brüggen kennt sich der 43-Jährige gut aus. "Seit 14 Jahren komme ich nach Brüggen. Alles, was hier ein Pastor macht, mache auch ich. Meistens bin ich hier in meinem Urlaub ausgebucht", sagt Dominkoviæ.

Pfarrer Anto - so nennen ihn viele - kümmert sich um Taufen, Messen, Hochzeiten und Beerdigungen. Er führt Gespräche mit Pfarrangehörigen und trifft sich mit kranken Menschen, um ihnen die heilige Kommunion zu spenden. Unter den Menschen zu sein, mache ihn sehr glücklich, sagt er: "Was ich jetzt bin, bin ich immer: ein Seelsorger, der für die Sorgen und Nöte der Menschen da ist."

Schon seit sechs Jahren wohnt der Priester für die Zeit der Urlaubsvertretung bei "Mama" Gisela und "Papa" Werner Müller. "Anto könnte vom Alter her unser Sohn sein", sagen die beiden. Gisela Müller bekocht Pfarrer Anto, macht ihm morgens das Frühstück und steht dafür auch in aller Herrgottsfrühe vor einem zeitigen Gottesdienst auf. Als der Kontakt zwischen Brüggen und Pfarrer Anto entstand, war Gisela Müller in Brüggen noch Pfarrsekretärin.

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"Mein Professor Tomo Kneevic, der in Amern Ferienvertretung machte, stellte die Verbindung nach Brüggen her", erinnert sich der 43-Jährige. Der Pfarrer spricht gut Deutsch, in Bosnien sei das seine erste Fremdsprache gewesen, sagt er. Wilfried Rotthauwe, einer der ehemaligen Pfarrer Brüggens, sagte einmal, in den Sommerferien brauche man nicht zu predigen. Pfarrer Anto sieht das anders. Sein Wunsch für die Gläubigen: "Ich predige nicht, sondern erzähle eine Geschichte. Sie sollen sie mitnehmen und darüber nachdenken." Gerne lese er kirchliche und weltliche Geschichten: "Daraus schöpfe ich meine Gedanken."

In der Burggemeinde trifft sich Pfarrer Anto nun auch mit den Engagierten, die ihm helfen und Projekte in Bosnien unterstützen. "Sie helfen mir, die Kirche beziehungsweise das jetzt 103 Jahre Pfarrhaus in Zenica aufzubauen", erzählt der Priester. Für das Gotteshaus erhielt er Kirchenbänke aus dem ehemaligen Nato-Stützpunkt in Budel in den Niederlanden. "Das war ein voller Lkw mit Kirchenbänken aus zwei Kirchen - teilweise sieben Meter lang", sagt er. Auch für die Kinder in seiner Heimat, die in Not sind, erhält Pfarrer Anto Spenden.

Viel Unterstützung erhält er auch von der Caritas und der katholischen Frauengemeinschaft Brüggen sowie von vielen einzelnen Engagierten und Sponsoren. Gerd Schwarz zum Beispiel sorgte vor vier Jahren dafür, dass Pfarrer Anto daheim ein Auto bekam. Weil ihm Margret Huppertz für die drei Wochen, die er in Brüggen verbringt, ein Auto kostenfrei zur Verfügung stellte, konnte der Priester jetzt mit dem Flugzeug nach Deutschland kommen. Während der Pfarrer mit dem Auto unterwegs ist, fährt Huppertz mit dem Fahrrad. Das Auto sei eine große Erleichterung, sagt Pfarrer Anto: "Dadurch bin ich in der Pfarrgemeinde viel beweglicher und kann alle schnell erreichen."

Bis zum 22. Juli macht der Priester jetzt noch die Urlaubsvertretung. Auf den Gegenbesuch aus Brüggen freut sich Pfarrer Anto schon jetzt: Vom 26. August bis zum 2. September will die Brüggener Frauengemeinschaft mit 36 Teilnehmern aus Brüggen, Bracht, Born und Lüttelbracht nach Bosnien-Herzegowina reisen. Schon zum vierten Mal besuchen die Brüggener dann Pfarrer Anto in seiner Heimat.

(off)