Viersen: Ein Schlüssel für den "Froschpfosten"

Viersen : Ein Schlüssel für den "Froschpfosten"

Zufriedene Gesichter auf städtischer und auf Bürgerseite gab es jetzt betreffend die Problematik an der Gabelung Clörather Mühle/Clörather Weg in Viersen. Dort hatte eine Vollsperrung in Form einer Bake zum Schutz der wandernden Kröten für Aufregung gesorgt (die RP berichtete).

Die Anwohner und Landwirte konnten die Anliegerstraße nicht mehr nutzen und wünschten sich eine andere Lösung, ohne allerdings auf den Schutz der Kröten zu verzichten.

Abschließbare Sperrpfosten

Gemeinsam mit der Stadt Viersen überlegten die Betroffenen. Unbürokratisch wurde jetzt auf dem kurzen Dienstweg Abhilfe geschaffen. Die Bake kam weg und stattdessen montierte die Stadt vier abschließbare Sperrpfosten, für die die Anwohner und Landwirte Schlüssel haben. Die Stadt vertraut nun auf die Selbstdisziplin der Schlüsselträger. Diese sollen morgens bei Tagesanbruch die Pfosten aus den Straßenhalterungen ziehen und in die daneben angebrachten Vorhalterichtungen setzen. A

uf diesem Weg wird die Straße geöffnet. Bei Einbruch der Dunkelheit läuft die Aktion umgekehrt. Die Kröten, die bei entsprechendem Wetter bei Einbruch der Dunkelheit loswandern und dies bis in die frühen Morgenstunden machen, sind so geschützt. Tagsüber aber können alle Anlieger die Straße ungehindert nutzen. "Ein Kompromiss, bei dem alle eingebunden sind. Der Naturschutz, die Anwohner und die Landwirtschaft", bringt es Thomas Ricker, Leiter der Rechts- und Ordnungsverwaltung der Stadt Viersen, auf den Punkt.

Auch Ludwig Mertens, der in der Clörather Mühle wohnt, sieht es als einen guten Kompromiss. "Eine wunderbare Lösung" meint auch Anlieger Jochen Paulessen. Er hat seinen Schlüssel bereits mit einem grünen Anhänger und dem Stichwort "Froschpfosten" versehen. "Für mich ist es kein Problem, wenn ich die Abendrunde mit dem Hund drehe, eben die Pfosten einzusetzen", betont der junge Mann. Und wer morgens als erster die Straße nutzt, schließt die Sperrpfosten auf.

Rund 1900 Euro gekostet

Alle Beteiligten sind sich sicher, dass der Krötenschutz gewährleistet wird, schließlich klappt dieses Verfahren auch seit einigen Jahren im Fritzbruch zwischen Süchteln und Oedt. Die Kosten für die Sperrpfosten lagen übrigens bei rund 1900 Euro. Die Pfostenregelung zum Schutz der Kröten gilt bis Ende April. Dann werden sie auf dem städtischen Bauhof eingelagert und kommen erst im nächsten Jahr wieder zum Einsatz.

(RP)