Viersen: Ein Schal als Weltenbummler

Viersen : Ein Schal als Weltenbummler

Der Fanschal des Frauenfußball-Fanclubs "Seele brennt" ist nach einer Weltreise nun wieder in Helenabrunn angekommen. Er ritt auf einem Elefanten, sonnte sich in der Karibik und bibberte in der Arktis.

Er hat einiges durchgestanden: Ist nur knapp einem Rudel Hyänen entkommen, konnte einem Kuhhandel auf einem ägyptischen Basar entfliehen, bekam in der Wüste eine Portion Sand ab — und überlebte sogar einen Besuch im Kölner Stadion. Die Fransen des Schals wissen einige Geschichten aus der ganzen Welt zu erzählen.

Tropische Temperaturen im Dschungel. Der Fanschal auf dem Rücken eines Elefanten in Bangkok. Foto: KN

Jetzt ist der Fanschal zurück in der Heimat Helenabrunn. Seit September 2010 war das Stück Wollstoff unterwegs. Alles für den guten Zweck: Der Frauenfußball-Fanclub "Seele brennt 2009" schickte den Fanartikel für ein Spendenprojekt, um Kindern in Mönchengladbach zu helfen, um die Welt. "Zwischendurch habe ich mir schon Sorgen gemacht, ob er heil wieder zurück kommt", sagt Schalbesitzer Jürgen Meis und deutet auf ein Bild aus Äthiopien: Eine junge Frau füttert Hyänen — der Schal mittendrin. "Als ich das gesehen habe, bekam ich einen Schweißausbruch", erinnert sich der Vorsitzende des Fanclubs.

Die Raute macht sich sogar neben einem Schottenkaro ganz gut. Hier ein Reisender mit Fanschal in Edinburgh. Foto: KN

Ein wenig ausgefranst ist er an der ein oder anderen Stelle schon, die Borussia-Farben leuchten jedoch nach wie vor. Die Weltreise für den Borussen-Schal ist abgeschlossen. Äthiopien, Australien, Malaysia, China, USA, Thailand. Mit einer Pilgergruppe, auf dem Schiff, mit der Bahn, Flugzeug, Fahrrad — sogar auf dem Rücken eines Elefanten in Bangkok bewegte sich der Fanschal fort.

Klirrende Kälte in der Arktis. Sogar bis nach Grönland hat es der Schal dank Anja Mangelsdorf geschafft. Foto: KN

Hunderte Beweisfotos

Und jede Station wurde von den insgesamt 35 Reisenden mit insgesamt hunderten Beweisfotos festgehalten. Der ein oder andere Reisende nahm sogar die schiefen Blicke der Einheimischen in Kauf, bei tropischen Temperaturen einen Schal umzulegen. Dieses Problem hatte Anja Mangelsdorf nicht: Sie war in Grönland — und den Schal hatte sie bei arktischen Temperaturen dringend nötig. "Da hat der Schal sogar beim Halt auf Island innerhalb von einer Stunde alle vier Jahreszeiten mitbekommen. Und war knapp dran am größten Wasserfall Islands", erinnert sich die Reisende.

Auch Stefan Lingen hat so einige witzige Momente mit dem Schal erlebt: So bekam auch ein Taxifahrer in Ägypten leuchtende Augen beim Anblick der Raute. Und Simone Schlösser bekam aus Regensburg sogar vom Bischof den Segen — sowie einen Schnappschuss.

Diese Fotos sollen am Ende, bereichert durch kleine Reiseberichte, in einem Fotobuch zusammen mit einer CD mit allen Bildern erscheinen. Neben dem Beitrag fürs Fotoalbum spendet jeder Teilnehmer einen freiwilligen Betrag für das Projekt.

Verschnaufpause in Helenabrunn

Außerdem muss ein Reisesouvenir gekauft werden, das bei einer Abschlussveranstaltung nach Ende des Projektes in einer Tombola verlost werden soll. So gibt es zum Beispiel aus Australien einen Boomerang, aus Ägypten eine Papyrusschrift oder aus Grönland eine warme Mütze.

Der Fanschal kann nun erstmal zu Hause bei Jürgen Meis in Helenabrunn verschnaufen und von seinen Erlebnissen mit Elefanten und Hyänen zehren. "Der Fanschal soll seine Ruhe dann bald im Borussia-Museum finden", sagt Meis.

(RP)