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Kreis Viersen: Ein Ring fürs schnelle Netz

Kreis Viersen : Ein Ring fürs schnelle Netz

Der Kreis will die Lücken zwischen vorhandenen oder leicht zu verlegenden Glasfaserkabeln auf der einen und vor allem den Gewerbegebieten auf der anderen Seite schließen, damit dort das Internet schneller wird.

Theoretisch ist die Versorgung des Kreisgebiets mit schnellen Zugängen zum Internet gar nicht schlecht. Vor allem Multimedia-Angebote sorgten dafür, dass im Bereich der privaten Anschlüsse kaum Bedarf an höherem Tempo herrsche, ergab eine Untersuchung, die der Kreis in Auftrag gegeben hatte.

Dr. Michael Fornefeld, der die Ergebnisse der Studie dem Kreis-Bauausschuss vorstellte, erkannte aber große Defizite im Bereich der Anbindung von gewerblichen Unternehmen. Der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Micus aus Düsseldorf verwies auf die technischen Hintergründe: Gewerbegebiete liegen meist abseits der Zentren und damit der Verteilpunkte für den Internetanschluss. Je weiter man aber von einem solchen Verteiler weg komme, desto stärker wirke die Dämpfung der Kupferkabel.

Daten tröpfeln aus der Leitung

Während die Privathaushalte im Kern der Siedlungen einen flotten Durchsatz erzielten, tröpfelten die Daten in den Gewerbegebieten nur noch spärlich. Hinzu komme, dass bei Kupferleitungen die Daten nur in eine Richtung schnell übertragen werden. Wer große Mengen versenden will, muss viel Geduld haben.

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Das sei heute, da die Unternehmen mehr und mehr dazu übergingen, Daten auszulagern, ein Problem. Das sogenannte "Cloud Computing" funktioniere erst bei Übertragungsraten von 25 Megabit pro Sekunde wirklich gut. Zum Vergleich: DSL-Anschlüsse erreichen heute in der Regel "bis zu 16 Megabit", und die nicht immer stabil.

Das sei mit Glasfaser alles anders, und hier liege die Chance für den Kreis. Denn einen Ring von Glasfaserkabeln gebe es bereits, weil diese auf Hochspannungsmasten und an Gasleitungen verlegt seien. Im westlichen Kreisgebiet gebe es zudem eine alte Nato-Pipeline, die nicht mehr gebraucht und darum als Leerrohr genutzt werden könne.

So habe man schnell ein "Backbone", ein Rückgrat für die Versorgung. Landrat Peter Ottmann verwies darauf, dass es bereits Gespräche mit den Eigentümern der Glasfaserkabel gebe. Diese seien bereit, ihr Kabel für die Datenübertragung zur Verfügung zu stellen. Die Städte und Gemeinden müssten nun die Anschlüsse von der "Ringleitung" zu den Gewerbegebieten schaffen. Das koste im Schnitt 35 000 Euro pro Kilometer.

Aufgabe des Kreises sei es, diese Aktivitäten zu koordinieren und die Rahmenverträge für den "Ring" abzuschließen. Betrieben werden sollte das ganze von privaten Anbietern. Die sollen über Gebühren für die Nutzung der Anschlüsse das Projekt nachträglich bezahlen. Je nach Fortschritt der Verhandlungen könnten die ersten Unternehmen 2012 oder 2013 ans Netz gehen. FRAGE DES TAGES

(RP)