Viersen: Ein Mann wie eine ganze Rockband

Viersen: Ein Mann wie eine ganze Rockband

Die sechs Konzerte der Gitarrentage waren gut besucht. Organisator Timo Brauwers ist zufrieden.Top-Acts waren Petteri Sariola und Michael "Kosho" Koschorreck von den Söhnen Mannheims

Der Ankündigung folgte die Bestätigung: Die Gitarrentage boten mit sechs Konzerten ein stilistisch abwechslungsreiches Programm. Die unterschiedlichen Herangehensweisen an das Instrument traten deutlich zu Tage. Höhepunkt war der Samstagabend, an dem Lokalmatador und Mitorganisator Timo Brauwers und Petteri Sariola, finnischer Export in Sachen Fingerstyle, einen begeistert aufgenommenen Konzertabend gaben.

Brauwers eröffnete den Abend, spielte Lieder (ohne Worte, aber mit Geschichten) und stellte neue Kompositionen vor. Dabei zeigte sich, was zurzeit in seinem Fokus steht. Mittels dreier Gitarrentonabnehmer und zahlreicher Effektgeräte kreierte er einen Band-Sound auf einer Gitarre. Diese Mischung kam im voll besetzten Konzertraum in Tommys Workshop sehr gut an. Der Wunsch nach einer Zugabe wurde gleich im Duett mit Petteri Sariola erfüllt, der dabei schon sein großartiges Können aufblitzen ließ. Nach einer Pause gehörte die Bühne ihm.

Sariola präsentierte seine einzigartige Spielweise, die Gitarrenpercussion einschließt. So schafft er die Energie einer Rockband inklusive authentischer Performance und intensivem Gesang. Seine Power riss das Publikum mit. Zwischendurch gab es die leisen Momente, als er den Song "Howling to The Moon" ohne Verstärkung den Zuschauerraum durchschreitend sang. Zwei Songs mit Brauwers als Zugabe, und ein berührendes Instrumental seinen Großeltern gewidmet, dann gab es Standing Ovations.

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Gestartet waren die Gitarrentage am Vorabend, an dem Michael "Kosho" Koschorreck als Topact einen gleichzeitig konzentrierten und entspannten Auftritt hinlegte. Auf seiner Konzertgitarre gestaltete er vielschichtige Begleitung für seine Songs. Das groovt meist sehr feinsinnig und verbindet sich perfekt mit Koschorrecks hervorragendem Gesang. Als Opener war Julia Lange eingeladen. Eigentlich kommt sie von der Konzertgitarre. Crossover ist nun ihr aktuelles Interesse, und dass sie durch ihre technischen Fertigkeiten Erstaunliches zu leisten vermag, das blieb nicht verborgen. Auch wenn sie manchmal zu viel in ihre Arrangements packt, bekam ihr Auftritt viel Applaus.

Am Sonntag sorgten Sophie und Udo Klopke mit seinem Acoustic Trio für den Ausklang. "Wir sind alle sehr zufrieden mit den verschiedenen Konzerten", sagte Brauwers zum Schluss.

(n-o)