Edeka Zielke schafft in Supermarkt in Viersen behindertengerechten Einkaufswagen an

Supermärkte in Viersen : Einkaufswagen für behinderte Kinder

Auf Wunsch einer Kundin hat eine Edeka-Filiale in Viersen einen rollstuhlgerechten Wagen für Kinder angeschafft. André Sole-Bergers, Inklusionsmanager der Lebenshilfe, lobt das Engagement des Lebensmittelhändlers.

Anja und Carsten Zielke lieben nicht nur Lebensmittel, sie mögen auch Menschen. Auf Wunsch einer Kundin haben sie jetzt in ihrem Edeka-Markt an der Brüsseler Allee in Viersen einen besonderen Einkaufswagen angeschafft, mit dessen Hilfe die Frau mit ihrem behinderten Sohn einkaufen gehen kann. Seit Montag steht der Einkaufswagen mit dem ungewöhnlichen Aufsatz an der Filiale an der Brüsseler Allee bereit. Der behindertengerechte Wagen eignet sich etwa für Kinder, die an den Rollstuhl gefesselt sind. „Gerne dürft Ihr uns vor Eurem Einkauf anrufen und Bescheid geben, dann stellen wir Euch unseren speziellen Einkaufswagen sofort zur Verfügung“, schreibt das Team von Edeka Zielke Viersen.

„Bei Bedarf werden wir auch unseren Kunden in Dülken und Willich die Sonderanfertigung zur Vergügung stellen. Sie brauchen sie nur telefonisch anzufragen“, sagt Anja Zielke, Assistentin der Geschäftsführung.

Ein Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer. Foto: Edeka Zielke/edeka zielke

Neben dem neuen Einkaufswagen für gehbehinderte Kinder gibt es bereits an zwei von drei Zielke-Filialen in Viersen und Dülken einen Einkaufswagen für erwachsene Rollstuhlfahrer. „Der Kunde fährt mit seinem Rollstuhl quasi in den Wagen hinein, dockt an und schiebt ihn vor sich her. Der Korb ist flacher als bei anderen Wagen“, erklärt Zielke.

Für ihr Engagement erntete der Lebensmittelhändler viel Lob. „Ich bzw. wir sind sehr glücklich, dass Sie uns so den Einkauf möglich machen“, schreibt die Kundin, die den Anstoß gab. Und eine Bürgerin fragt: „Wird es den auch in Dülken geben? Das wäre nämlich auch was für größere behinderte Kinder, die ansonsten nicht mit zum Einkaufen können, oder wo es zum Stress kommt.“

André Sole-Bergers, Inklusionsmanager bei „Viersen für alle“, freut sich, dass Zielke Kindern und Erwachsenen mit Behinderung etwas mehr Teilhabe ermöglicht. „Bei Zielke läuft das toll. Man merkt, dass sie Spaß dabei haben, und das wiederum kommt bei den Kunden gut an“, sagt er. Nicht immer sieht Sole-Bergers in seiner Arbeit solche Erfolge. Der Heilpädagoge und sein Team arbeiten in dem Projekt „Viersen für alle“ der Lebenshilfe. Sie nehmen das alltägliche Leben unter die Lupe, schauen, wie man mit kleinen Dingen das Leben von Menschen mit und ohne Behinderung leichter machen kann. In den Supermärkten sind es enge Passagen an den ­Kassen, aber auch tiefe Kühltruhen oder zu hoch angelegte Regale, die Rollstuhlfahrern den Einkauf erschweren. In Lobberich haben mehrere Supermärkte spezielle Wagen. Auch in Kempen hat man sich des Themas angenommen. In Viersen gebe es – abgesehen von Edeka Zielke – bisher keine rolligerechten Einkaufsmöglichkeiten. In einem Discounter seien spezielle Wagen gestohlen worden.

Geärgert hat sich der Inklusionsmanager über Aldi Süd: „Wir haben da mehrfach angefragt.“ Die Lebenshilfe betreue rund 600 meist geistig behinderte ­Menschen. „Für sie wäre das eine echte Erleichterung“, sagt Sole-Bergers. Aldi Süd erklärte auf Anfrage, dass es Spezial-Einkaufswagen in ausgewählten Filialen gebe. „Unsere Regionalgesellschaften entscheiden eigenständig, ob und in welchem Umfang sie in ihren Filialen zum Einsatz kommen“, sagte Aldi-Süd-Sprecher Tobias Neuhaus. Die für Viersen zuständige Regionalgesellschaft Mönchengladbach prüfe aktuell die Anschaffung von behindertengerechten Wagen. Bald solle es eine Testphase geben.

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